Heiß diskutiert:
Die Ökostrom-Debatte

Ökostrom ist derzeit ein viel diskutiertes Thema. Er soll hierzulande zu stark subventioniert sein, zeitgleich zeigen aber immer mehr Großanleger Interesse am grünen Strom und wollen investieren. Und während die EU-Kommission die Fördermittel für Erneuerbare Energien so langsam völlig einstampfen will, hat das Wirtschaftsministerium eine Reform des Ökogesetzes in Österreich angekündigt, welche den Technologiefortschritt ankurbeln soll.

von Energie - Heiß diskutiert:
Die Ökostrom-Debatte © Bild: convisum/clipdealer.de

Im Vergleich zum Vorjahr wurden 2015 in Österreich 44 Prozent mehr Ökostromkraftwerke errichtet, als in der Ausbauquote geplant waren. 74 Prozent des erzeugten Stroms stammen inzwischen aus diesen Kraftwerken. Erst einmal eine erfreuliche Bilanz, die aber Geld kostet. Wie aus dem aktuellen Ökostrombericht des Energieregulators E-Control hervorgeht, hat jeder Haushalt den Ökostrom 2015 mit 100 Euro subventioniert, für 2016 werden sogar 120 Euro geschätzt. In Summe sind das 846 Millionen Euro Förderkosten.

Große Reform für 2017 angekündigt

Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner von der ÖVP hat nun eine Reform des Ökostromgesetztes angekündigt, die 2017 umgesetzt werden soll. In diesem Jahr soll aber erst einmal eine kleine Novelle vorweggeschickt werden, welche noch einmal eine gezielte Subventionierung vorsieht. Diese bezieht sich zum einen auf Kleinwasser- und Windkraft und soll zum anderen unrentablen Biogasanlagen den kontrollierten Ausstieg ermöglichen. Die große Reform 2017 soll dann das bisherige Fördersystem ersetzen, das laut Mitterlehner keinen Technologiefortschritt gebracht hat. Statt auf Subvention via Stromtarif will man auf Effizienz und Investitionen setzen.

Ökostrom als Investition immer beliebter

Den aktuellen Debatten zum Trotz steht eines fest: Ökostrom ist keine Nische mehr, er entwickelt sich zum Kernbereich der europäischen Stromerzeugung. Die Preise sind für die Verbraucher in den letzten 10 Jahren stetig gesunken, im Vergleich zum konventionellen Strom bestehen vielfach Einsparpotenziale bei den Kosten. Dies ist selbstverständlich nicht nur der Subventionierung an sich zu verdanken, sondern vor allem auch der Weiterentwicklung und dem technischen Fortschritt, in den die Stromerzeuger kontinuierlich investieren.

Dass Ökostrom keine Nische ist, bestätigt auch die aktuelle Investitionsfreude von Großanlegern, die derzeit Milliarden an Geldern in den grünen Strom pumpen. Unter den Fans sind große Namen wie Allianz Versicherung, Gothaer Versicherung und MacQuarie Finanzdienstleistungen. Der Ökostrom ist eine so interessante Investition für Großanleger, weil die Rendite aufgrund der Förderungen der Länder langfristig gesichert ist. Auch wenn diese mit gerade maximal 4 Prozent jährlich eher gering ausfällt, ist sie dennoch attraktiver als die derzeit verbreiteten Nullzinsen am Kapitalmarkt. Und die weitere Subventionierung in Österreich zeigt den Anlegern, dass sich daran erst einmal nichts ändern wird. Von Seiten der Politik wird die Investitionsfreude der Anleger ebenfalls begrüßt. Das Ziel der EU, dass bis 2025 die Hälfte des gesamten Stroms aus erneuerbaren Energien stammen soll, sei ohne Kapital nicht zu erreichen.

Was bei der Debatte für die Verbraucher zählt

Bei der ganzen Debatte um die Ökostrom-Novellen zählen am Ende für den Verbraucher doch vor allem die Kosten. Es lohnt sich für ihn Preise und Leistungen aller Stromanbieter – egal ob grün oder konventionell – zu vergleichen. Ökostrom-Anbieter sind oftmals sogar um Einiges günstiger als die konventionellen. Laut Mitterlehner sei das Einsparpotential aktuell besonders hoch: Bei einem Anbieterwechsel sind Ersparnisse von bis zu 918 Euro möglich. Wer tatsächlich grünen Strom beziehen will, sollte außerdem auf einen Anbieter mit ausschließlich regionalen Bezugsquellen achten, der die Versorgungssicherheit durch einen Mix der Ökostromquellen sicherstellt. Ökostrom-Anbieter, die günstiger sind als die Konkurrenz, geben Kosteneinsparungen bei der Verwaltung in Form von Preisvorteilen an die Verbraucher weiter.

Kommentare

Also ich kann auch jedem empfehlen sich mal auf dem Strommarkt umzuschauen. Ich habe letztes Jahr gewechselt und bekomme jetzt Ökostrom von https://www.pullstrom.at/, der günstiger ist als der konventionelle Strom meines vorherigen Anbieters. Gerade reine Online-Tarife bieten da wirklich großartige Möglichkeiten.

Seite 1 von 1