Endspiel um den Aufstieg ins Viertelfinale:
Tschechen und Türken proben bereits Elfer

Elfmeterschießen bei Remis nach 90 Minuten möglich Volkan Demirel als Elferkiller von Fenerbace bekannt

Endspiel um den Aufstieg ins Viertelfinale:
Tschechen und Türken proben bereits Elfer © Bild: AP/Sezer

Für die Auswahlen Tschechiens und der Türkei hat die K.o-Phase bei der EURO 2008 bereits begonnen. Da sowohl Tschechien als auch die Türkei punkt- und torgleich sind und im letzten Spiel der Gruppe A in Genf aufeinandertreffen, könnte es bei einem Remis nach 90 Minuten erstmals zu einem Elfmeterschießen um den Einzug ins Viertelfinale kommen. Doch auf diese Weise will Tschechiens Trainer Karel Brückner nicht aufsteigen, er will die Entscheidung am Rasen früher erzwingen.

"Wir hatten schon das Golden Goal, dann das Silver Goal und jetzt diese Regelung", meinte Brückner im Vorfeld der Thriller-Partie im Stade de Geneve. "Wir werden damit leben." Die Regel, dass bei Gleichstand zweier Teams vor dem letzten Gruppenspiel ein Elfer-Schießen über die Platzierung entscheidet, wurde allerdings schon für die EM in Portugal vor vier Jahren eingeführt.

Der tschechische Trainer Karel Brückner möchte aber die Premiere im Stade de Geneve unbedingt vermeiden. "Wir wollen die Entscheidung in der regulären Spielzeit erzwingen", kündigte Brückner an. Deshalb werde es auch keine taktischen Geplänkel geben, "denn wir sind stark genug, die Türkei zu schlagen". Auch wenn Trainer Brückner großen Respekt vor der Türkei zeigte. Starkes Team, individuell starke Spieler, sehr schwer auszurechnen, waren die Attribute mit denen er den Gegner belegte.

Elfer werden trainiert
Brückner hoffte, dass seine Truppe an die Leistung der ersten Halbzeit gegen Portugal anschließen kann: "Die war wirklich hervorragend mit einem exzellenten Libor Sionko." In der Vorbereitung kalkulierte Brückner jedoch mit der Möglichkeit eines Elfmeter-Entscheids. "Wir werden selbstverständlich im Training diese Situationen üben", kündigte der Coach an, der auch sagte, er habe die eventuellen Schützen bereits im Kopf. "Aber während des Spieles kann sich viel ändern", meinte Brückner im Trainingscamp in Seefeld.

Arda Turans abgefälschter Treffer in der Nachspielzeit des Regenspiels von Basel hat das Selbstvertrauen der türkischen Fußball-Nationalmannschaft in lichte Höhen geschossen. Nach dem 2:1-Sieg gegen die Schweiz hat die Türkei es im letzten Spiel der Gruppe A gegen Tschechien selbst in der Hand, den Aufstieg ins Viertelfinale zu fixieren.

Türken fast ein wenig übermotiviert
"Gegen die Schweiz haben wir alle ein bisschen an die Türkei erinnert", sagte Teamchef Fatih Terim. "Gegen Tschechien werden wir unvergesslich sein." Der Sieger der Partie ist fix weiter, im Falle eines Unentschiedens kommt es zu einer Premiere in der EM-Gruppenphase.

Für diesen Fall steht im Tor der Türken ein Spezialist. Fenerbahce-Schlussmann Volkan Demirel hielt im Champions-Leage-Achtelfinale gegen den FC Sevilla gleich drei Elfmeter - nachdem er zuvor jedoch bei zwei Gegentreffern gepatzt hatte. Zu einem erneuten großen Auftritt des 26-Jährigen soll es aber gar nicht kommen. Denn die türkischen Spieler strotzen vor Selbstvertrauen.

"Können jedes Team schlagen"
"Wenn wir so spielen, wie in der zweiten Hälfte gegen die Schweiz, können wir mit unserer Mannschaft jedes Team schlagen", meinte der rechte Außenverteidiger Hamit Altintop. Arda Turan ging in der Euphorie nach seinem Siegtreffer sogar so weit, zu behaupten: "Jetzt kann uns nichts mehr stoppen."

Auch der trickreiche Flügelflitzer Kazim Kazim wies auf die tolle Stimmung im Camp der türkischen Mannschaft hin. "Wir sind alle jetzt ein bisschen lockerer", sagte Volkans Clubkollege bei Fenerbahce. "Wir wissen, dass wir es aus eigener Kraft schaffen können. Wenn wir die Tschechen besiegen, sind wir durch. So wollten wir es haben. Wir haben die Oberhand, aber darüber denken wir vor dem Spiel nicht nach. Alles, was wir in der Partie wollen, sind drei Punkte."

Mögliche Aufstellungen Türkei - Tschechien
(Genf, Stade de Geneve, 20.45 Uhr/live auf news.at,
Schiedsrichter Peter Fröjdfeldt/SWE)

Türkei: 23 Volkan - 22 Hamit Altintop, 2 Servet Cetin, 15 Emre Asik, 3 Hakan Balta - 18 Kazim Kazim, 7 Mehmet Aurelio, 14 Arda Turan - 21 Mevlüt Erdinc, 8 Nihat, 17 Tuncay

Ersatz: 1 Rüstü, 12 Tolga Zengin - 6 Mehmet Topal, 9 Semih Sentürk, 10 Karadeniz, 5 Emre Belözoglu, 11 Tümer Metin,
13 Emre Güngör, 20 Sabri Sarioglu, 16 Ugur, 19 Ayhan

Es fehlt: 4 Gökhan Zan (Bänderverletzung im linken Knie)

Fraglich: 2 Servet Cetin (Bänderprobleme im Knie),
5 Emre Belözoglu (Wadenverletzung)

Tschechien: 1 Cech - 2 Grygera, 21 Ujfalusi, 22 Rozehnal, 6
Jankulovski - 7 Sionko, 14 Jarolim, 3 Polak, 20 Plasil - 15 Baros,
9 Koller

Ersatz: 16 Blazek, 23 Zitka - 5 Kovac, 4 Galasek, 13 Kadlec, 18
Sivok, 11 Vlcek, 17 Matejovsky, 19 Skacel, 8 Fenin, 10 Sverkos, 12 Pospech

(apa/red)

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