Endphase der Verhandlungen: Rasche
Einigung bei BAWAG-Vergleich erwartet

Deal mit Gläubigern könnte 600 Mio. € kosten

Die Gewerkschaftsbank BAWAG geht nach wie vor davon aus, dass es in den nächsten Tagen zu einer endgültigen Einigung mit den US-Gläubigern kommt. "Wir erwarten eine rasche Einigung mit allen Gruppen", sagte BAWAG-Sprecher Thomas Heimhofer am Dienstag zur APA.

Der Vergleich mit den US-Gläubigern soll offenkundig nicht nur die Gewerkschaftsbank BAWAG selbst, sondern auch den ÖGB vor teuren Prozessrisiken aus der Milliardenpleite um den im Herbst zusammengebrochenen US-Broker Refco schützen. Für das umfassende "Settlement" braucht es das Einvernehmen mit dem amerikanischen Staat, den Refco-Gläubigern und den Refco-Aktionären.

Laut einem US-Zeitungsbericht steht die BAWAG kurz vor einem Deal mit den US-Behörden, der die Bank "über 600 Mio. Dollar" (rund 470 Mio. Euro) kosten könnte. Das US-Justizministerium und die Börsenaufsicht hätten mit BAWAG-Vertretern mehrere Wochen lang darüber verhandelt.

In dem Vergleich mit den Behörden könnte die Bank über 600 Mio. Dollar zahlen, von dieser Summe dürfte auch einiges an Refco-Gläubiger und -Investoren gehen, die gegen die Bank Ansprüche erhoben hatten. Die Vereinbarung könnte noch diese Woche kundgemacht werden, hieß es gestern.

Zusätzlich zu den Ermittlungen der amerikanischen Behörden gegen die BAWAG im Zusammenhang mit dem Zusammenbruch des Brokerhauses Refco vergangenen Herbst wurden gegen die BAWAG auch zivilrechtliche Ansprüche erhoben, und zwar von Personen, die beim Refco-Zusammenbruch Geld verloren. Die BAWAG soll diesbezüglich bereits vor einigen Wochen mit Refco-Gläubigern eine Vereinbarung erreicht haben.

Zwar sei es technisch gesehen möglich, die beiden Settlements - mit den US-Behörden sowie mit den Gläubigern - separat abzuschließen. Die Anwälte aller Seiten erwarten aber, dass die BAWAG sich gleichzeitig mit beiden einigen wolle

(apa/red)