Endlich wieder violette Sternstunde: Austria
krönt sich vorzeitig zum Hallenkönig in Wien

Uneinholbar: Rekordsieger ungeschlagen an Spitze Veilchen nach tristem Freiluft-Herbst rehabilitiert

Die Wiener Austria hat sich am Samstag vorzeitig den Sieg im traditionsreichen Wiener Fußball-Stadthallenturnier gesichert und damit bei der 46. Auflage zum 19. Mal triumphiert. Die Favoritner gewannen vor 8.500 Zuschauern zunächst gegen den Wiener Sportklub 3:1 und im letzten Spiel des Tages gegen den LASK 7:4, womit sie nach sechs Siegen aus sechs Partien schon vor dem letzten Spieltag nicht mehr von der Spitze des im Meisterschaftssystem gespielten Bewerbes zu verdrängen sind.

Das abschließende Derby am Sonntag ist dadurch nur noch eine Frage der Ehre. Hätte der LASK die Austria geschlagen, wären die Rapidler, die am Samstag ebenfalls zwei Siege feierten (6:4 gegen den LASK, 4:1 gegen die Vienna) möglicherweise noch das Zünglein an der Waage gewesen.

Zellhofer: "Sieg wichtig für Selbstvertrauen"
"Wir haben hier verdient gewonnen, haben den LASK zweimal besiegt und auch Rapid bisher einmal geschlagen. Ich muss mit der Einstellung meiner Spieler zufrieden sein. Der Sieg in der Stadthalle ist natürlich wichtig für die Fans und das Selbstvertrauen - aber für mehr nicht. Wir müssen das ab Sonntag abhaken und uns sofort wieder auf die Meisterschaft konzentrieren, denn da weht ein anderer Wind."

Wallner mit vier Toren Matchwinner
Dass es nicht so weit kam, lag unter anderem am vierfachen Torschützen Wallner und an der Schwäche des Zweier-Blocks der Oberösterreicher. Im Vergleich zur wohl stärksten Linie des Turniers (Vastic, Hota, Konrad, Panis, Gansterer) fiel dieser deutlich ab, was gegen die Austria augenscheinlich wurde. Nach der Führung durch Wallner (6.) stellte der LASK durch Konrad (6., 7.) postwendend auf 1:2, geriet aber durch Hannes Aigner (8./nach haarsträubenden Fehler von Goalie Zaglmair) und wieder Wallner (8.) ins Hintertreffen. Dem zwischenzeitlichen Ausgleich durch Panis (11.) folgte prompt die neuerliche Führung für Violett durch Lasnik (11.).

In der Anfangsphase der zweiten Hälfte war der Erstliga-Spitzenreiter zwar deutlich überlegen, die Austria verlegte sich aber erfolgreich aufs Kontern und ging durch Wallner (19.) mit 5:3 in Front. Klapf (20.) machte es noch einmal spannend, ehe Markus Aigner (22.), der zum besten Spieler des dritten Turniertages gewählt wurde, und Wallner (23.) für die Entscheidung sorgten. Wallner liegt mit nunmehr sechs Treffern ex aequo mit Vastic und Konrad an der Spitze der Schützenliste.

Rapid setzt sich gegen LASK durch
Schon in ihrer ersten Partie waren die Linzer "in Schönheit gestorben". Rapid setzte sich gegen den LASK im bisher wohl besten Spiel des Turniers mit 6:4 durch und revanchierte sich damit für das 2:9-Debakel vom Vortag. Nachdem es zur Pause durch Treffer von Kavlak (8.) bzw. Panis (11.) 1:1 gestanden war (Korkmaz traf synchron zur Pausensirene, das Tor wurde nicht gewertet), zog Rapid dank Toren von Kincl (13.), Bilic (14.) und Katzer (17./Siebenmeter) auf 4:1 davon.

Die Oberösterreicher kämpften sich durch Panis (17.) und Konrad (18.) noch einmal heran. Das 5:3 von Vorisek (20.) bedeutete nur die vermeintliche Vorentscheidung, denn Konrad verkürzte in der 22. Minute noch einmal auf 4:5, ehe wenige Sekunden vor Schluss das 6:4 für Rapid fiel. Ein Schuss von Kincl an die Bande fand via Rücken von LASK-Goalie Zaglmair den Weg ins Tor, der Treffer wurde dem Stürmer gutgeschrieben.

Sicherer Sieg der Grün-Weißen gegen Vienna
Wenig später hatten die Grün-Weißen weit weniger Mühe und siegten gegen die Vienna durch Treffer von Bazina (1.), Kavlak (11.), Sara (14.) und Bilic (20.) bzw. Pusic (20.) sicher mit 4:1.

Sportklub macht erste Punkte
Im ersten Spiel des Tages fuhr der Wiener Sportklub dank eines 2:1-Erfolges im Prestigeduell mit der Vienna die ersten Punkte im Turnierverlauf ein. Bei ihrem zweiten Auftritt gingen die Dornbacher gegen die Austria durch Günes in Führung, mussten sich dann aber den in dieser Partie alles andere als überzeugenden Veilchen noch 1:3 geschlagen geben. Hannes Aigner (12., 19.) und Saurer (19.) brachten den Umschwung, die "Violetten" damit auf Kurs Richtung Turniersieg.

Austria-Oldies verlieren vs. Rapid-Stars
Weniger gut lief es für die Oldies der Austria. Die violetten Legenden mussten sich den ehemaligen Rapid-Stars 5:6 geschlagen geben, wobei Toni Polster für die Austria und Andreas Herzog für die Hütteldorfer jeweils dreimal trafen. Dem Teamchef-Assistenten gelang gut eine Minute vor Schluss auch der sehenswerte Siegestreffer. (apa)