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Ringen um Frieden in Nahost

Kurz vor Ende der Waffenruhe sieht es nicht nach dauerhaftem Frieden aus

Zerstörte Häuser im Gazastreifen. © Bild: imago/epd

Am letzten Tag einer Feuerpause zwischen Israel und den militanten Palästinensern im Gazastreifen herrscht Pessimismus, dass der Konflikt rasch dauerhaft beigelegt werden kann. Es gebe jedoch möglicherweise die Bereitschaft, die Waffenruhe zumindest noch um einige Tage zu verlängern, sagten palästinensische Repräsentanten bei Krisengesprächen in Kairo der israelischen Zeitung "Haaretz" am Montag.

Am Abend um 23.00 Uhr (MESZ) endet eine fünftägige Waffenruhe, danach wurde ein neuer Ausbruch der Gewalt befürchtet. Nach Medienberichten ist die Kluft zwischen beiden Seiten bei den indirekten Gesprächen in Kairo weiter groß.

Die palästinensische Delegation hatten in der Nacht auf Montag Rückschritte bei den Verhandlungen beklagt. Die israelische Seite habe das bisher Erreichte wieder aufgegeben "und nun stehen die Diskussionen wieder am Anfang", sagte ein palästinensischer Vertreter der ägyptischen Nachrichtenagentur Mena.

Abbas in Kairo und Katar

Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas wollte angesichts einer Krise bei den Kairo-Verhandlungen zu dringenden Gesprächen mit dem Exilchef der radikal-islamischen Hamas, Khaled Mashaal, nach Katar reisen, berichteten palästinensische Medien am Montag. Am Wochenende wollte er dann nach Kairo fahren. Hamas fordert unter anderem eine Aufhebung der Blockade des Gazastreifens und die Freilassung von Häftlingen, Israel einen Stopp der Raketenangriffe aus dem Palästinensergebiet am Mittelmeer.

Ägypten und Norwegen planen unterdessen gemeinsam in Kairo eine Konferenz über den Wiederaufbau des Gazastreifens nach dem Krieg. Die Einladungen zu dem Treffen sollten ausgesprochen werden, wenn bei den Verhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern eine langfristige Waffenruhe erzielt worden sei, teilten das ägyptische und norwegische Außenministerium mit.

Bahnverkehr erneut eingestellt

Aus Furcht vor neuen Angriffen aus dem Gazastreifen stellte Israel den Bahnverkehr in der Nähe des Palästinensergebiets ein. Bis auf Weiteres sollten keine Züge zwischen der Küstenstadt Ashkelon und der Grenzstadt Sderot mehr fahren, berichtete die Nachrichtenseite "ynet". Das Verteidigungsministerium habe die Sorge, die Züge könnten in Grenznähe mit Panzerabwehrraketen angegriffen werden.

Mehr als zwei Monate nach der Entführung und dem Mord an drei israelischen Jugendlichen im Westjordanland zerstörte die Armee die Häuser der palästinensischen Tatverdächtigen. Der zu Monatsbeginn gefasste Hussam Kawasma habe zwei weitere Palästinenser mit der Tat beauftragt, teilte die Armee mit. In der Nacht seien sein Wohnhaus sowie das des weiter gesuchten Marwan Kawasme in Hebron zerstört worden. Das Haus des dritten Tatverdächtigen, Omar Abu Ajshah, sei versiegelt worden.

Israel wirft der radikal-islamischen Hamas vor, verantwortlich für die Tat zu sein. Die Palästinenserorganisation bestreitet dies jedoch. Nach den Morden setzte eine Welle der Gewalt ein, die in die derzeitige Gaza-Krieg mündete.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza starben in dem Konflikt seit dem 8. Juli aufseiten der Palästinenser 2.016 Menschen, mehr als 10.000 wurden verletzt. Auf israelischer Seite wurden 64 Soldaten und drei Zivilisten getötet, Hunderte Menschen erlitten Verletzungen.

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