"Ende gut, alles gut": ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel zieht Bilanz über WM in Aare

Bei Herren von Reaktion der Öffentlichkeit überrascht "Für uns war es klar, dass es sehr schwierig wird"

"Ende gut, alles gut": ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel zieht Bilanz über WM in Aare

Es hätte, weiß Schröcksnadel, aber auch schlecht ausgehen können. Dank "Torschütze" Mario Matt, der in Aare Slalom-Weltmeister wurde, haben nun aber auch die ÖSV-Herren eine Goldmedaille bei den Titelkämpfen in Aare gewonnen. "Ich habe immer gesagt, das Ziel sind sechs bis acht Medaillen. Für uns war es klar, dass es in Schweden sehr schwierig wird", schickte Schröcksnadel in seiner sehr emotionalen Bilanz-PK voraus und nannte drei Gründe für die Vermutung.

Erstens sei es für die österreichischen Alpinskiläufer im Norden noch nie sehr leicht gewesen. Zweitens habe der Skandal bei den Olympischen Spielen 2006 in Turin den positiven Effekt gehabt, dass die Rennläufer in Italien ihre Ruhe für die Vorbereitung hatten ("Das hat uns sicherlich geholfen, das hat unser Team zuammengeschweißt"). Drittens die 30-er-Regel in den Speed-Disziplinen, die aber nicht nur mehr alleine die Österreicher treffe, sondern auch einen Cuche, einen Büchel, einen Miller. "Da stehen wir nicht mehr alleine da, wir überlegen uns in Zukunft, wie wir damit umgehen."

Schröcksnadel kündigt Änderungen an
Zum Riesentorlauf meinte er: "Es ist Fakt, dass es nicht so gelaufen ist. Da haben wir mit Benjamin Raich nur einen, der schnell ist." Es sei bei der WM nicht alles super gelaufen und es werde Änderungen geben. Ob die personeller Natur sein werden, wollte der Präsident nicht sagen. Einen Trainer rausschmeißen helfe aber nicht. "Wir werden Änderungen intern diskutieren."

Ziel sei es, die Nummer eins zu bleiben. Und bei den Alpin-Herren sei die Zeit der Umstellung gekommen, wie sie im Nordischen Bereich im Skispringen und der Kombination und im Alpinsport bei den Damen schon passiert sei. "Aber man kann erst umstellen, wenn man sieht, dass es die Leistungsträger auf Dauer nicht mehr bringen."

Von Reaktion der Öffentlichkeit überrascht
Was Schröcksnadel negativ sehr überrascht habe, war "eine derartige Reaktion" der Öffentlichkeit. "Damit habe ich absolut nicht gerechnet. Meine Gratulation an Hans Pum (Alpinchef/Anm.), die Trainer und Athleten, dass sie das so weggesteckt haben. Dass der Matt heute mit dem Vorsprung gewonnen hat, da kann ich nur gratulieren. Ende gut, alles gut."

"Patriotismus zeigt und hilft"
Er hätte sich erwartet, dass man in Österreich, wenn es mal schlecht geht, "Patriotismus zeigt und hilft." Das sei nicht geschehen und das betrübe ihn. "Wir leben nicht im Krieg. Sport soll Sport bleiben und man sollte ihn auch als Sport behandeln. Athleten und Trainer sind auch Menschen. Man kann mit ihnen nicht so umgehen. Es gab viele untergriffige Aktionen, das ist unschön."

Die großen Aufreger der WM waren der Schlagabtausch von Armin Assinger und Hermann Maier sowie die Kritik von Franz Klammer an Maier, aber auch Schröcksnadel versus Christoph Gruber. Im letzten Fall gestand der Präsident ein, dass er selbst bei der Wortwahl ("vermasselt") nicht so glücklich agiert habe.

Auf die anderen beiden Fälle ging er nicht näher ein, zu Maier meinte er aber: "Wir haben Hermann Maier so viel zu verdanken. Man braucht einen Leader. Er ist eines der größten Idole, die der österreichische Sport je hatte. Ich kann mir schon vorstellen, dass es für ein anderes Idol nicht leicht ist, wenn es abmontiert wird."

(apa/red)