Ende für Amalgam-Zahnplomben geplant: EU-Parlament für Verbot bis Ende 2007

Quecksilber-Dämpfe "enormes Gesundheitsrisiko" EU-Parlament will verschärfte Quecksilber-Strategie

Das EU-Parlament hat mit breiter Mehrheit eine Empfehlung an die EU-Kommission beschlossen, wonach bis Ende 2007 der Einsatz von Zahnplomben aus Amalgam verboten werden soll. Die Quecksilber-Dämpfe, die diese Zahnfüllungen abgeben, seien ein enormes Gesundheitsrisiko. Kurzfristig würden durch den Ersatz der Amalgam-Plomben die Kosten für die Krankenversicherungen zwar steigen, langfristig würde der Aufwand durch den Wegfall der Folgeerkrankungen aber sinken, sagte der ÖVP-Europaparlamentarier Richard Seeber.

"Man muss kein Neuroexperte sein, um zu erkennen, dass es keine gute Idee ist, seine Zähne mit einem Nervengift zu füllen, im Durchschnitt nur zehn Zentimeter weit weg vom Gehirn", erklärte auch der Grüne Abgeordnete Carl Schlyter. Es sei "höchst an der Zeit, der Massenvergiftung durch Quecksilber in Zahnfüllungen ein Ende zu setzen".

Das Parlament schlägt außerdem eine umfangreiche Aufklärungskampagne insbesondere besonders empfindliche Risikogruppe - konkret für Kinder oder schwangere Frauen - vor, um über die Gefahren von Quecksilber zu informieren. Selbst Impfstoffe enthielten zum Teil das gefährliche Schwermetall und seien unbedingt zu ersetzen, heißt es in dem Beschluss des Parlaments.

Die Forderung sind Teil einer Empfehlung für eine neue verschärfte EU-Quecksilber-Strategie. Die EU-Kommission plant bisher ein Ausfuhrverbot für das giftige Metall ab dem Jahr 2011. Das Europaparlament verlangt aber schon zuvor schrittweise Maßnahmen zur Senkung von Angebot und Nachfrage. Außerdem fordert das Parlament auch strenge Entsorgungsvorschriften. Selbst der Verbrennungsprozess in Krematorien Quecksilber frei und solle deshalb strikt geregelt werden, heißt es in dem Papier.

(apa)