Empörung über Mugabes Cholera-Aussagen:
Sarkasmus gegenüber zahlreichen Opfern

Minister beschuldigt Großbritannien an der Seuche Bisher wurden über 16.000 Krankheitsfälle gemeldet

Empörung über Mugabes Cholera-Aussagen:
Sarkasmus gegenüber zahlreichen Opfern

Äußerungen der simbabwischen Regierung zum verheerenden Cholera-Ausbruch haben weltweit Empörung ausgelöst. Zwar relativierte ein Sprecher von Staatschef Mugabe am Freitag dessen Aussage zum vermeintlichen Sieg über die Seuche, doch ein Minister legte nach und gab den Briten die Schuld an der Epidemie. Nach WHO-Angaben wütet die Seuche in Simbabwe unkontrolliert weiter.

Die Zeitung "Herald" zitierte Mugabes Sprecher George Charamba mit den Worten, der Präsident habe sich lediglich mit "Sarkasmus" geäußert. Westliche Medien hätten Mugabes Worte absichtlich entstellt, kritisierte Charamba demnach. Er wandte sich explizit gegen die britische BBC und den französischen Auslandsfernsehsender France 24. Mugabe hatte in einer landesweit ausgestrahlten Rede gesagt: "Ich kann mit Freude mitteilen, dass unseren Ärzten von anderen und von der WHO geholfen wurde und dass wir die Cholera nun gestoppt haben." Wegen der weiter steigenden Zahl von Cholera-Toten und -Erkrankten in Simbabwe sorgten diese Äußerungen international für Entrüstung.

Schuldzuweisung
Simbabwes Informationsminister Sikhanyiso Ndlovu bezichtigte unterdessen die frühere Kolonialmacht Großbritannien, die Epidemie verursacht zu haben. "Die Cholera-Epidemie ist eine ernstzunehmende biologische, chemische Kriegsführung, ein völkermörderischer Angriff auf die Bevölkerung von Simbabwe durch die Briten", sagte er: "Es ist Völkermord." Es habe sich um eine "genau kalkulierte Kriegsführung" gehandelt, sagte Ndlovu weiter.

Die Seuche ist nach WHO-Angaben in Simbabwe weiter nicht unter Kontrolle. Die Zahl der Toten sei auf mindestens 792 gestiegen, sagte WHO-Sprecherin Fadela Chaib. Insgesamt seien rund 16.700 Krankheitsfälle gemeldet. Nach Einschätzung der Hilfsorganisation Oxfam sind deutlich mehr Menschen in Simbabwe von der Seuche betroffen als angenommen. Er gehe von etwa 60.000 Erkrankten aus, sagte der Geschäftsführer von Oxfam Deutschland, Paul Bendix.
(apa/red)