Fakten von

EM-Premiere für
die „Green & White Army”

Erstmals in der Verbandsgeschichte hat sich Nordirland qualifiziert

Nordirland © Bild: Charles McQuillan/Getty Images

Erstmals in der Verbandsgeschichte hat sich Nordirland für eine EM-Endrunde qualifiziert. Das Team setzt sich fast ausschließlich aus Spielern zusammen, die ihre Brötchen bei Klubs in England oder Schottland verdienen.

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Vor Beginn der Qualifikation hätte das den Nordiren kaum wer zugetraut. Am Ende holte Nordirland sogar den Gruppensieg – vor höher eingeschätzten Nationen wie Rumänien, Griechenland (immerhin Europameister 2004) oder Ungarn. Für Nordirland ist die Euro 2016 in Frankreich jedenfalls eine Premiere – noch nie hatten sich die Kicker von der geteilten Insel für eine Europameisterschaft qualifizieren können. Zuletzt hatte man bei der WM-Endrunde 1986 in Mexiko im Konzert der großen Fußballnationen mitmachen dürfen.

Noch eine Premiere: Erstmals sind beide irischen Mannschaften, nämlich sowohl die Republik Irland wie die britische Provinz Nordirland, gemeinsam bei einem großen Turnier mit von der Partie. Nach der letzten WM-Teilnahme vor 30 Jahren war die nordirische Nationalmannschaft eine Zeit lang überhaupt weg vom Fenster. In der Fifa-Weltrangliste rutschten die Nordiren bis auf Platz 122 ab. Seither geht es aber wieder ständig bergauf. Aktuell liegt Nordirland auf Platz 30 des Fifa-Rankings.

Was dem EM-Neuling an spielerischer Klasse fehlt, macht das Team von Trainer Michael O’Neill mit Kampfkraft, Einsatzwillen und Leidenschaft wett. Apropos O’Neill: Der heute 46-jährige war selbst Nationalspieler (31 Länderspiele), sein persönliches Highlight war zweifellos ein denkwürdiger 5:3-Erfolg über Österreich im Rahmen der EM-Qualifikation 1996, zu dem O’Neill zwei Treffer beisteuerte.

Nicht geändert hat sich seit damals der Umstand, dass sich die nordirische Nationalmannschaft fast ausschließlich aus Spielern zusammensetzt, die ihre Brötchen in der englischen oder schottischen Liga verdienen. Kapitän Steven Davis zum Beispiel spielt für den FC Southampton, Torjäger Kyle Lafferty (sieben Treffer in der EM-Qualifikation) steht bei Norwich City unter Vertrag. Wertvollster Spieler in den Reihen der Nordiren ist Verteidiger Jonny Evans von West Bromwich Albion mit einem Marktwert von sechs Millionen Euro.

Bei der Euro 2016 treffen die Nordiren in der Gruppenphase auf Weltmeister Deutschland, Polen und die Ukraine. Rein der Papierform nach gibt es für Nordirland in dieser Gruppe nicht viel zu gewinnen. Aber das war vor Beginn der EM-Qualifikation nicht anders. Die Frage ist nur, ob es der „Green & White Army” gelingt, einmal mehr über sich hinauszuwachsen.

Das Land:

Größe: 13.843 qkm; Einwohner: 1,8 Mio; 133 Einwohner/qkm; Teil des Vereinigten Königreichs Großbritannien; Hauptstadt: Belfast (280.000); Währung: Pfund Sterling

Der Verband:

Irish Football Association (IFA), gegr. 1880 (bis zur Teilung der Insel 1921 für ganz Irland zuständig), 25.000 aktive Fußballer, Nationalstadion: Windsor Park in Belfast (20.000 Plätze, davon 14.000 Sitzplätze); Höchste Spielklasse: IFA Premiership (12 Klubs)

Das Nationalteam:

Marktwert: 38 Mio. Euro (Jonny Evans, West Bromwich Albion, 6 Mio., Steven Davis, FC Southampton, 5,5 Mio.); 100 Prozent Legionäre (vor allem in England und Schottland); Durchschnittsalter: 28,4 Jahre; Trainer: Michael O’Neill (seit 2011); Rekordtorschütze: David Healy (u. a. Manchester United, Glasgow Rangers), 36 Tore in 95 Länderspielen.

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