EM-Medaillenregen für Geschwister Jukic:
Mirna und Dinko polieren Austro-Bilanz auf

Mirna erobert Gold, ihr Bruder wird zum Silberfisch 19-Jähriger löschte Austro-Rekord von Markus Rogan

EM-Medaillenregen für Geschwister Jukic:
Mirna und Dinko polieren Austro-Bilanz auf © Bild: APA/Techt

Die Geschwister Jukic haben erstmals im Doppelpack zugeschlagen. Bei den Langbahn-Europameisterschaften in Eindhoven holte die 21-Jährige Mirna zunächst ihre überhaupt erste Gold-Medaille über 100 m Brust, eine knappe halbe Stunde später sicherte sich der 19-jährige Dinko mit Silber über 200 m Lagen seine erste internationale Medaille. Damit hält das OSV-Team nach drei Wettkampftagen bei zweimal Gold und einmal Silber.

Nach den Eindrücken in den Vorläufen und Semifinali waren es fast Erfolge mit Ansage, aber deswegen nicht minder beeindruckend. Mirna war schon bei der 50-m-Marke in Front gelegen und zog auf der zweiten Länge abermals davon. In 1:08,18 Minuten blieb die neue Europameisterin um 2/10 über ihrem OSV-Rekord aus dem Semifinale, aber immer noch 73/100 vor der Zweiten. Das war Alena Aleksejewa (RUS), 3/100 vor Joline Hoestman (SWE)

Fünftes EM-Gold
"Das war ein harter und langer Weg zurück", erklärte Jukic angesichts ihrer 2006 durch "Pfeiffer'sches Drüsenfieber" bedingten halbjährigen Trainingspause. "Jetzt habe ich gezeigt, dass ich wieder das Zeug dazu habe, in der europäischen Klasse mitzuschwimmen - aber auch in der Weltspitze. Ich bin überwältigt, glücklich und stolz." Es war ihr fünftes EM-Gold sowie der insgesamt 16. Medaillen-Gewinn ihrer Karriere.

Trotz oder gerade wegen der knappen Sekunde Vorsprung im Semifinale war sich Jukic ihrer Sache nicht sicher gewesen. Sie war skeptisch, ob die Rivalinnen nicht doch noch Reserven hätten. Trotz des letztlich sicheren Siegs bedauerte die SC-Austria-Wien-Athletin, ihren OSV-Rekord verpasst zu haben. Für die 200 m Brust am Freitag/Samstag stufte sie Julia Efimowa (RUS), Birte Steven (GER) und Kirsty Balfour (GBR) als Hauptgegnerinnen ein.

Dinko holt Silber
Dinko Jukic zeigte als jüngster Finalist über die kürzere Lagenstrecke keinen Respekt und hielt sich das gesamte Rennen über in den Top Drei. Vor dem Rennen hatte er sich mit seinem Trainervater dahingehend abgestimmt, auf der dritten Länge über Brust mit dem Litauer Vytautas Janusaitis in Kontakt zu bleiben, da Jukic als besserer Krauler das bessere Ende für sich haben müsste. So war es dann auch, der Balte holte in 2:00,17 Minuten Bronze.

Neuer österreichischer Rekord
Jukic aber markierte in 1:59,65 einen neuen österreichischen Rekord, indem er die von Markus Rogan beim EM-Goldlauf am 12. Mai in Madrid fixierte nationale Bestzeit um 14/100 unterbot. "Unglaublich! Ich habe mich extrem steigern können, alle vier Lagen waren stark." In der vergangenen Kurzbahn-Saison war der Sport- und Biologie-Student in etwa gleich schnell gewesen, hat sich seither also um rund zwei Sekunden gesteigert.

Seinen Medaillengewinn hinter dem in 1:58,02 Minuten erfolgreichen ungarischen Titelverteidiger Laszlo Cseh schätzte Jukic als speziell ein. "Im Jugend-Bereich habe ich alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt", sagte der neue österreichische Schwimm-Fixstern. "Jetzt möchte ich mich in der allgemeinen Klasse etablieren und habe nun einen wichtigen Schritt in diese Richtung gemacht."

Seine Silber-Zeit hat Qualität, das weiß Jukic. "Bei Olympia stehe ich damit im Finale", erkannte der Maturant. Gute Aussichten, wenn man bedenkt, dass er sich in den nächsten fünf Monaten noch weiter steigern kann und wohl auch wird. Mit EM-Silber hätte Jukic vor den Titelkämpfen freilich nicht gerechnet. Sein Vater hatte aber vor der Abreise im Verband (OSV) eine Medaillenchance erwähnt. Sohn Dinko hatte ihn da noch fragend angeschaut.

(apa/red)