EURO 2016 von

EM-Qualifikation: Analyse der
österreichischen Gruppengegner

Was ist von Russland, Schweden, Montenegro, Moldawien, Liechtenstein zu erwarten?

Zlatan Ibrahimovic im WM-Quali-Spiel Schweden gegen Österreich © Bild: GEPA pictures/ Christopher Kelemen

"Ich denke, dass wir insgesamt kein schlechtes Los erwischt haben und die Gruppe machbar ist." So wie Teamkapitän Christian Fuchs sah ein großer Teil des ÖFB die Auslosung für die Qualifikation zur EURO 2016. Wie genau sind die Gegner, über die Teamchef Marcel Koller großteils erst genaue Informationen einholen muss, nun aber einzustufen? NEWS.AT gibt einen kleinen Überblick:

RUSSLAND

Der laut Koller "klare Favorit" ist auch das einzige Team der Gruppe, das bei der WM im kommenden Juni im Einsatz sein wird. Das gibt dem Schweizer zugleich die Chance, der Elf von Teamchef Fabio Capello in Brasilien auf die Beine zu sehen. Dort wird sich die "Sbornaja" mit Belgien, Algerien und Südkorea um einen Einzug ins Achtelfinale streiten.

Die Mannschaft ist gespickt mit Stars, die allesamt ihr Geld in der Heimat verdienen. Wer allerdings um die Stärke der russischen Premier League weiß, ist sich der Kader-Qualität bewusst. Torhüter Igor Akinfeev, Mittelfeld-Stratege Alan Dzagoev oder Stürmer Aleksandr Kokorin sind Namen, die aus einem starken Kollektiv hervorstechen. Dazu kommt mit Capello ein absoluter Fachmann und seine Aufgabe, bis zur Heim-WM 2018 einen Titelkandidaten zu formen.

Vorschau: Die Russen sind ein richtiger Brocken und werden nur ganz schwer zu biegen sein. Im Heimspiel am 15. November sind die Chancen aber durchaus intakt, bewiesen doch auch in der jüngsten WM-Quali Nordirland (1:0) und Aserbaidschan (1:1), dass der EM-Halbfinalist von 2008 verwundbar ist.

Alan Dzagoev im EM-Spiel Russland gegen Polen
© GEPA pictures/ Christian Walgram Alan Dzagoev ist einer der Stars im russischen Team

SCHWEDEN

Die "Schweeeeden" werden uns ein weiteres Mal beehren. Bei vielen sind die Erinnerungen an das knappe 1:2 im Oktober letzten Jahres und die damit verpasste WM-Qualifikation noch frisch. Ebenso darf allerdings nicht darauf vergessen werden, dass die Skandinavier im Juni in Wien als Verlierer vom Platz schlichen. Das Team von Coach Erik Hamren, das die Endrunde durch eine Niederlage im Playoff gegen Portugal verpasst hat, ist also schlagbar.

Schweden ist Zlatan Ibrahimovic. Kaum ein Team ist derart von einem Superstar abhängig wie die Nordländer. Der 32-Jährige spielt seit Monaten in Topform und möchte noch einmal bei einer Endrunde glänzen. Dass Höchstleistungen des PSG-Angreifers allein ohne Unterstützung der Herren Wernbloom, Elm, Källström oder Toivonen allerdings zu wenig sind, hat die Barrage gegen Portugal vor Augen geführt.

Vorschau: "Wir haben mit Schweden noch eine Rechnung offen", brachte es David Alaba auf den Punkt. Der Gegner ist ein guter Bekannter, Überraschungen sollten also ausbleiben. Vielleicht also der ideale Auftaktgegner in die Qualifikation am 8. September in Wien? Ja, wenn man Ibrahimovic in den Griff bekommt.

MONTENEGRO

Von vielen als äußerst unangenehmer Gegner eingestuft und wohl der schwerste Gegner aus Topf vier - Österreich wirkt aber auf Montenegro vorbereitet. Die Leistungen des jugoslawischen Nachfolgestaates in der letzten EM- und WM-Qualifikation werfen ihren Schatten voraus. 2012 war erst im Playoff gegen Tschechien Endstation, für das Ticket in Brasilien erwiesen sich England und die Ukraine als zu große Stolpersteine.

Mit Rapid-Mittelfeldspieler Branko Boskovic wartet ein alter Bekannter auf die Österreicher. Ihm zur Seite stehen allerdings Spieler, die bei namhafteren Vereinen ihr Geld verdienen. Der Angriff mit Stevan Jovetic von Manchester City und Juve-Stürmer Mirko Vucinic ist auf europäischem Top-Niveau, Verteidiger Stefan Savic verdient sein Geld bei der Fiorentina. Dazu gesellen sich zahlreiche Legionäre aus der serbischen Liga sowie Top-Talente wie Marko Bakic (Fiorentina) oder Luka Djordjevic (Twente).

Vorschau: Wie gegen Schweden und Russland hat Österreich auch gegen Montenegro zunächst Heimrecht. Der 12. Oktober könnte demnach schon entscheidend werden, die Ambitionen des Balkan-Staates einzudämmen und einen Konkurrenten um die Qualifikation auf Distanz zu halten. Wenn das ÖFB-Team die Elf von Trainer Branko Brnovic auf dem Platz so ernst nimmt wie im Vorfeld und es gelingt, die Schlüsselspieler zu neutralisieren, sollte Rot-weiß-rot in den ersten Aufeinandertreffen der Geschichte aber gewinnen.

Stevan Jovetic im Duell mit Englands Steven Gerrard
© GEPA pictures/ AMA sports/ Catherine Ivill Jovetic im Duell mit Englands Steven Gerrard

MOLDAWIEN

Seit 1996 nimmt Moldwien als eigenständiges Land an Qualifikationen Teil. Der größte Erfolg wurde bei der Premiere gefeiert, als man vor Wales und Albanien Platz drei in der Gruppe belegte. Ansonsten pendeln die Moldawier immer zwischen dem letzten und vorletzten Gruppenplatz. Mit dem 5:2 in Montenegro und einem 1:1 gegen Polen waren in der letzten WM-Quali allerdings Achtungserfolge dabei.

Wer bekannte Namen sucht, wird in der moldawischen Kaderliste nicht fündig werden. Teamchef Ion Caras stehen dennoch gute Fußballer zur Verfügung, die zur Hälfte ihr Geld im Ausland, vorwiegend in Russland verdienen. Verteidiger Alexandru Epureanu von Europa-League-Teilnehmer Anzhi Makhachkala und Mittelfeldspieler Alexandru Gatcan von FK Rostov können als Stars bezeichnet werden.

Vorschau: Österreich hat bereits Erfahrungen mit Moldawien, allerdings liegen die Begegnungen der EM-Qualifikation 2004 bereits zehn Jahre zurück. Ob bekannt, oder nicht: Will Österreich das erste Mal aus eigener Kraft zu einer EM-Endrunde, darf das erste Auswärtsspiel der Qualifikation am 9. Oktober aber ebenso kein Stolperstein sein wie das Rückspiel am 5. September 2015.

LIECHTENSTEIN

Nachdem uns Deutschland diesmal als Gegner erspart geblieben ist, bleibt wenigstens ein kleines Nachbarschaftsduell. Liechtenstein ist der Underdog der Gruppe und kämpft wie in jeder Qualifikation um Prestige-Erfolge und historische Punktgewinne. Zuletzt gelang dies vor heimischem Publikum gegen Lettland und die Slowakei.

Mit WAC-Abräumer Michele Polverino, zweimal Liechtensteins Fußballer des Jahres, und Rieds Hoffenheim-Leihgabe Sandro Wieser kicken derzeit zwei Liechtensteiner in der heimischen Bundesliga. Auch der jetzige St. Gallener Martin Stocklasa ist nach Jahren in Ried bekannt. Wirklich Angst verbreitet allerdings kein Spieler im Kader des Steirers Rene Pauritsch.

Vorschau: Hier muss nicht lange überlegt werden. Alles andere als sechs Punkte in den Spielen gegen Liechtenstein wären eine Blamage.

Spielplan

Montag, 8. September 2014: Russland - Liechtenstein (18.00 Uhr MESZ), Österreich - Schweden , Montenegro - Moldawien (beide 20.45)

Donnerstag, 9. Oktober 2014: Moldawien - Österreich , Schweden - Russland, Liechtenstein - Montenegro (alle 20.45)

Sonntag, 12. Oktober 2014: Österreich - Montenegro , Russland - Moldawien (beide 18.00), Schweden - Liechtenstein (20.45)

Samstag, 15. November 2014: Österreich - Russland , Moldawien - Liechtenstein (beide 18.00), Montenegro - Schweden (20.45)

Freitag, 27. März 2015: Liechtenstein - Österreich , Moldawien - Schweden, Montenegro - Russland (alle 20.45)

Sonntag, 14. Juni 2015: Russland - Österreich , Liechtenstein - Moldawien (beide 18.00), Schweden - Montenegro (20.45)

Samstag, 5. September 2015: Russland - Schweden (18.00), Österreich - Moldawien , Montenegro - Liechtenstein (beide 20.45)

Dienstag, 8. September 2015: Schweden - Österreich , Liechtenstein - Russland, Moldawien - Montenegro (alle 20.45)

Freitag, 9. Oktober 2015: Montenegro - Österreich , Liechtenstein - Schweden, Moldawien - Russland (alle 20.45)

Montag, 12. Oktober 2015: Österreich - Liechtenstein , Russland - Montenegro, Schweden - Moldawien (alle 18.00)

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