Elternverband fordert Verpflichtung zur Sprachförderung: Für Kinder und Eltern

Bisherige Maßnahmen können "nicht alles sein"

Die sprachliche Frühförderung mittels auf freiwilliger Basis einzulösender "Sprachtickets" im Kindergarten ist für den Dachverband der Elternvereine an den Pflichtschulen zu wenig. Dachverbands-Vorsitzender Kurt Nekula plädierte bei einer Pressekonferenz am Mittwoch für verpflichtende Angebote an Kinder mit Sprachschwierigkeiten - unabhängig von der Muttersprache. Verpflichtende Kurse soll es auch für betroffene Eltern geben.

Die im Kindergarten einzulösenden "Sprachtickets" sind für Nekula zwar ein "Schritt in die richtige Richtung": "Das kann aber noch nicht alles gewesen sein." Ideal wäre eine Integration der betroffenen Fünfjährigen in möglichst heterogenen Gruppen, also zusammen mit Kindern ohne Sprachproblemen. Dies sollte nicht nur zwei oder drei Stunden pro Tag passieren, sondern mindestens den halben Tag. Dabei müsse darauf geachtet werden, dass dies mit Mitteln der Kindergartenpädagogik erfolge und nicht als eine Art Deutsch-Kurs wie in der Schule.

Gleichzeitig müsse auch die Finanzierungsfrage zwischen Bund, Ländern und Gemeinden dafür geklärt werden, so Nekula. Zusätzlich nötig wären außerdem Deutschkurse an den Schulen für jene Kinder, die erst später nach Österreich kommen und nur schlecht Deutsch sprechen.

Grüne wollen mehr Ressourcen
Mehr Ressourcen für die Sprachförderung an den Pflichtschulen fordern die Grünen. Daher dürfe die Zahl der Pflichtschullehrer trotz rückgehender Schülerzahlen solange nicht gekürzt werden, bis zehn Prozent der Lehrer im Förderbereich arbeiten. "Das sichert 7.000 zusätzliche Lehrstellen für die Sprachförderung in den nächsten acht Jahren", so der Grüne Bildungssprecher Dieter Brosz in einer Aussendung. Außerdem plädiert er für eine Senkung der Klassenschülerhöchstzahl auf 25.

Die Armutskonferenz will Schulen in sozial benachteiligten Vierteln höher dotieren und die besten Lehrer dorthin entsenden. Außerdem müssten mehrsprachige Lehrer mit Migrationshintergrund an den Pädagogischen Akademien gefördert werden, so Armutskonferenz-Sozialexperte Martin Schenk in einer Aussendung. Für die Integration nützlich wäre auch der massive Ausbau von zweisprachigen Begleitlehrern bei türkischen und ex-jugoslawischen Schülern.
(apa)