Elternteilzeit soll weiter forciert werden: Väter sollen bei Erziehung mehr mitmischen

Staatssekretärin Marek will Männeranteil erhöhen Angebot bei Kinderbetreuung verbesserungswürdig<br>UMFRAGE: Würden Sie Elternteilzeit beanspruchen?

Elternteilzeit soll weiter forciert werden: Väter sollen bei Erziehung mehr mitmischen

Die Elternteilzeit forcieren will Staatssekretärin Christine Marek. Dieses Recht auf Reduktion der Arbeitszeit und spätere Rückkehr in den Vollerwerb erleichtere den Wiedereinstieg nach der Babypause und begünstige die Väterbeteiligung bei der Kindererziehung, argumentierte sie vor Journalisten. Zur Untermauerung präsentierte Marek zusammen mit Sozialforscher Wolfgang Mazal eine Studie, wonach 14 Prozent der in Elternteilzeit befindlichen Personen Männer sind. Beim Kindergeld sind es nur etwa vier Prozent.

Das Recht auf Elternteilzeit besteht seit 1.Juli 2004. In Anspruch genommen werden kann es bis zum siebenten Geburtstag des Kindes, vollen Kündigungsschutz gibt es bis zum vierten Lebensjahr. Weitere Voraussetzung: Der Betrieb des betroffenen Arbeitnehmers muss mehr als 20 Mitarbeiter haben, das Arbeitsverhältnis seit drei Jahren ohne Unterbrechung bestehen. Kleine Betriebe können den Anspruch auf Elternteilzeit per Betriebsvereinbarung festlegen.

Laut der vom Institut für Familienforschung durchgeführten Erhebung haben in Österreich 54 Prozent der Frauen und 70 Prozent der Männer Anspruch auf Elternteilzeit. Tatsächlich genutzt haben sie 13 Prozent. Da es für Unternehmen keine Meldepflicht gibt, liegen derzeit keine absoluten Zahlen dazu vor, hieß es von den Studienautoren. Von jenen, die dieses Instrument in der Studie tatsächlich in Anspruch genommen haben, waren jedenfalls 86 Prozent Frauen und, wie bereits erwähnt, 14 Prozent Männer. Insgesamt wurden 1.006 Arbeitnehmer befragt.

Steuerbegünstigungen für Arbeitgeber
Marek lobte die Elternteilzeit als "sehr positive Maßnahme" und wünscht sich eine stärkere Verbreitung bei hochqualifizierten Arbeitnehmern. Verbesserungsbedarf ortet sie bei den Rahmenbedingungen. Insbesondere die Nachmittagsbetreuung in den Kindergärten müsse ausgebaut werden um Eltern die Inanspruchnahme der Teilzeitmodelle zu ermöglichen, forderte sie. Schließlich gelte es auch, mehr Firmen "ins Boot zu holen". Erreichen will Marek dieses Ziel etwa durch steuerliche Begünstigungen für Arbeitgeber, die Kinderbetreuungsmöglichkeiten anbieten.

Zuverdienstgrenze bleibt
Nichts hält die ÖVP-Politikerin davon, den automatischen Anspruch auf Elternteilzeit auch auf Firmen mit weniger als 20 Mitarbeitern zu erweitern. Sie fürchtet Frauen könnten dann bei der Personalplanung der Kleinbetriebe benachteiligt werden. Auch an der umstrittenen Zuverdienstgrenze beim Kinderbetreuungsgeld will sie nicht rütteln. Sie verwies darauf, dass diese ohnehin mit dem flexiblen Kinderbetreuungsgeld angehoben worden ist. Die Auswirkungen gelte es erst abzuwarten.
(apa/red)