Elk überraschend von Deutschland-Tour ausgeladen: Ethik-Code nicht unterzeichnet?

Bulletin mit Teilnehmerliste nicht abgeliefert

Die Deutschland-Tour 2007 wird nur mit einem österreichischen Rad-Team, dem Team Volksbank, über die Bühne gehen. Wie die Elk-Haus-Mannschaft bekanntgab, wurde sie von Kai Rapp, dem Chef der ProTour-Rundfahrt, vom Bewerb ausgeladen. Als Hauptgrund ist laut Teamchef Bernhard Rassinger angegeben worden, dass die Österreicher den vom Weltverband UCI initiierten Ethik-Kodex nicht unterschrieben haben. Vonseiten der Deutschland-Tour hieß es zudem, dass keine offizielle Starterliste abgegeben wurde.

"Aus meiner Sicht ist diese Begründung fadenscheinig. Diese Unterschriften hätten von uns auch direkt vor Start der Tour in Saarbrücken abgegeben werden können", meinte der gerade auf Urlaub weilende Ex-Profi, der telefonisch von der Absage verständigt worden war. "Die Unterlagen wurden mir gemailt, jedoch konnte ich diese bis dato nicht einsehen."

Reinald Achilles, der Pressesprecher der Deutschland-Tour, sagte auf Anfrage der APA - Austria Presse Agentur: "Das Team ELK Haus Simplon hat die von der UCI vorgeschriebenen Richtlinien für ProTour-Rennen nicht erfüllt. 20 Tage vor Rennbeginn muss ein Bulletin mit der Teilnehmerliste beim Veranstalter abgeliefert werden, auf einem offiziellen Anmeldeformular. Das kann auch per Fax erfolgen. Wir haben aber nur am 3. August eine E-Mail mit einer Fahrerliste bekommen. Und es liegt auch keine UCI-Ehrenerklärung vor, in der sich die Fahrer per Unterschrift bereiterklären, sich an die UCI-Richtlinien zu halten."

Rassinger sah sich dennoch als "Bauernopfer". Die ebenso wie Team Volksbank mit der Wildcard ausgestattete rot-weiß-rote Equipe hätte sich gegenüber ProTour-Teams "mehr als konkurrenzfähig" erwiesen. Elk-Haus nehme die Entscheidung zu Kenntnis, würde sich jedoch rechtliche Schritte vorbehalten.

Die Fahrer rund um Christian Pfannberger und Jochen Summer zeigten sich ebenfalls sprachlos. "Ich habe mich intensiv auf die Deutschland-Tour vorbereitet, habe mir die Etappen vor Ort angesehen und fühle mich in absoluter Bestform. Dass wir jetzt nicht starten können, ist wie ein Schlag ins Gesicht", meinte Pfannberger, der die Entscheidung von Rapp nicht kommentieren wollte. "Nur so viel: Es ist nicht Österreich, wo es in den letzten Wochen zahlreiche Skandale und Dopingbeichten gab. Und die betroffenen Teams stehen alle am Start der Deutschland-Tour."

Auch Teamkollege Summer fand harte Worte. "Wenn dich einer anschwärzen will, geht das offensichtlich leicht. Wir dürfen aufgrund von Vermutungen und Lügen nicht starten. Das werden wir nicht auf uns sitzen lassen", erklärte der Steirer.
(APA/red)