Elite-Uni in Maria Gugging: SPÖ würde Gesetz "zähneknirschend zustimmen"

Wenn Projekt "in Schoß der Wissenschaft" gelegt wird Broukal kündigt eingehende Prüfung im Bundesrat an

Die SPÖ würde dem geplanten Gesetz für die Einrichtung einer Elite-Uni in Maria Gugging (NÖ) "zähneknirschend zustimmen", wenn das "Institute for Science and Technology - Austria (ISTA) "aus den Händen Prölls wieder in den Schoß der Wissenschaft" gelegt werde. Das erklärte SPÖ-Wissenschaftssprecher Josef Broukal - offensichtlich im Zusammenhang mit dem neuen, hochkarätig besetzten "Internationalen Komitee" für die Elite-Uni.

Nach Ansicht Broukals "hat sich das Projekt gewandelt. Gleichzeitig müsse aber auch das Budget für den Wissenschaftsfonds FWF erhöht werden, meinte er gegenüber der Tagezeitung "Kurier".

Sollte die ÖVP den Gesetzesvorschlag zur Elite-Uni am kommenden Dienstag "durch den Wissenschaftsausschuss des Nationalrates treiben", kündigte Broukal jedoch eine eingehende Prüfung der Sache im Bundesrat an. Man werde "Wissenschafter und Gugging-Experten" einladen, so der Mandatar in einer Aussendung am Mittwoch.

Broukal sprach im Zusammenhang mit dem Gesetzesvorschlag von "Pfusch in Progress" und bezog sich dabei auf Aussagen von Haim Harari, ehemaliger Präsident des israelischen Weizmann-Instituts und Vorsitzender eines von der Industriellenvereinigung (IV) eingesetzten "Internationalen Komitees" zur geplanten Elite-Uni. Harari forderte, dass mindestens die Hälfte der Mitglieder des Kuratoriums Wissenschafter sein sollen.

Für Kurt Grünewald, Wissenschaftssprecher der Grünen, gleicht die Entstehungsgeschichte der Elite-Uni "zunehmend einer Realsatire" und einem "Riesen-Chaos". Gehrer plane das Prestigeprojekt, um von den wahren Problemen der Universitäten und des Bildungssystems abzulenken. Der im Gesetzesentwurf vorgesehene Einfluss der Politik sei "untragbar". (apa/red)