Elite-Uni bekommt ersten Chef: Deutscher Gehirnforscher übernimmt Präsidentschaft

Tobias Bonhoeffer soll das "I.S.T. Austria" leiten Definitive Bestellung des Experten für Herbst geplant

Österreichs erste "Elite-Uni" hat einen Chef: Der deutsche Gehirnforscher Tobias Bonhoeffer soll erster Präsident des Institute of Science and Technology Austria (I.S.T. Austria) werden. Das Kuratorium des in Aufbau befindlichen Instituts in Maria Gugging hat beschlossen, Bonhoeffer einzuladen, die Führung der postgradualen Forschungseinrichtung zu übernehmen, teilte das I.S.T. Austria mit. Bonhoeffer ist derzeit Direktor am Max-Planck-Institut für Neurobiologie in Martinsried bei München und hat laut Aussendung sein "großes Interesse" an dem Amt bekundet. Die definitive Bestellung soll nach Detailgesprächen "so schnell wie möglich", wahrscheinlich noch im Herbst dieses Jahres erfolgen.

Für die Führung des Instituts wurde ein hervorragender Wissenschaftler gesucht, der sich durch Führungsqualitäten sowohl als Forscher wie als Entwickler und Organisator einer wissenschaftlichen Institution auszeichnet. Bonhoeffer, der aus ursprünglich 100 Kandidaten ausgewählt wurde, zeigte sich über die Entscheidung des Kuratoriums "zutiefst geehrt und hocherfreut". I.S.T. Austria sei ein "außerordentlich interessantes Vorhaben und es wird eine große Herausforderung und Ehre sein, zum Gelingen dieses Projektes beizutragen", sagte Bonhoeffer, der bereits Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats von I.S.T. Austria und Vorsitzender des Wissenschafter-Suchkomitees für das Forschungsgebiet "Gehirn und Computer" war.

Der Vorsitzende des Kuratoriums von I.S.T. Austria, Böhler-Uddeholm-Chef Claus Raidl, bezeichnete es als "überaus erfreulich, dass ein derart außergewöhnlicher Wissenschafter eingewilligt hat, die große Herausforderung anzunehmen und ein Spitzenforschungsinstitut in Österreich aufzubauen". Der Vorsitzende des für die Präsidentensuche verantwortlichen Exekutivkomitees des Instituts, Haim Harari, zeigte sich überzeugt, "dass sich unsere Wahl ungemein positiv auf die Entwicklung des neuen Instituts auswirken wird". Führende Wissenschafter in der ganzen Welt hätten die Auswahl Bonhoeffers "als herausragendes Mitglied der globalen scientific community bestätigt und unterstützt - vor allem als Vorbild in seinem Forschungsfeld und seiner Generation".

Als "idealen Mann" bezeichnete der geistige Vater des I.S.T. Austria, der Wiener Experimentalphysiker Anton Zeilinger, den designierten Chef des Instituts. Dieser habe "genau die richtigen Vorstellungen, was das Alleinstellungsmerkmal von I.S.T. Austria" sein werde, nämlich "Cluster von hervorragenden Wissenschaftern hier herzuholen und sie gemeinsam forschen zu lassen", sagte Zeilinger. Er sei mit der Auswahl "sehr zufrieden".

(apa/red)