Elisabeth Leopold zu "Wallys" Rückkehr
Wer wird Direktor des Leopold-Museums?

Vorstandsmitglied gibt Anforderungsprofil bekannt NEWS als einziges Printmedium bei der Übergabe

Elisabeth Leopold zu "Wallys" Rückkehr
Wer wird Direktor des Leopold-Museums?
© Bild: NEWS

Das nach dem Tod des Gründers vakante Direktorenamt des Leopold-Museums wird im kommenden Herbst ausgeschrieben. In der morgen erscheinenden NEWS-Ausgabe gibt Stiftungs-Vorstandsmitglied Diethard Leopold das Anforderungsprofil bekannt. Nur wünschenswert, aber nicht unbedingt erforderlich ist demnach Erfahrung bei der Leitung eines Museums. Leopold: „Wenn diese Person fachlich hervorragend ist, könnten der kaufmännische Direktor und der Vorstand vieles für ihn managen.“

Die Hauptkriterien lassen eine neue Tonalität erkennen:

l) „Verständnis für die Periode Wien um die Jahrhundertwende, speziell für diese Sammlung."
2) „Verantwortungsbewusstsein vor der Geschichte und Sensibilität gegenüber der jüdischen Gemeinde."
3) „Wie führt man ein lebendiges Museum mit frischen Ideen in die Zukunft?“

Nur geringe Chancen werden laut NEWS-Information den oft genannten Kandidaten Alfred Weidinger (Belvedere) und Carl Aigner (Vertreter des Bundes in der Leopold-Stiftung) eingeräumt.

NEWS bei der Übergabe in New York
NEWS war auch als einziges österreichisches Printmedium zur Übergabe der beschlagnahmten „Wally" an Elisabeth Leopold im New Yorker „Fortress"-Lagerhaus eingeladen. Die Witwe des Museumsgründers im Interview: „Das Stückl Holz als solches bedeutet mir gar nichts, so wie mir auch Geld gar nichts bedeutet. Mir bedeutet nur Kunst etwas. Und dass mein Mann dieses Bild unter allen Umständen wiederhaben wollte. Er sagte, er wolle es um jeden Preis wieder im Museum hängen sehen, neben dem anderen Schiele, denn nur so haben beide Bilder Bedeutung. Sie sind Zeugen einer großen Liebe“, kommt sie auf das Schicksal von Schieles Modell und Geliebter Valerie Neuzil zu sprechen. „Aber, mein Gott, auch wenn die Liebe das Schönste war und ist zwischen zwei Menschen – geheiratet hat er ja doch eine andere! Dabei hat die Wally alles für ihn getan. Das ist so traurig.“

Zur eigenen Lebenspartnerschaft sagte Elisabeth Leopold unter Tränen: „Man kann das nicht ­vergleichen. Schauen Sie, eine romantische Liebe wie die zwischen Schiele und Wally ist doch etwas ganz anderes als eine Ehe. Aber ­natürlich fehlt mir mein Mann jetzt sehr. Er hätte sich so gefreut.“

Wally hängt ab 20. August wieder im Leopold-Museum
Bis dahin wird das Bild im New Yorker Museum of Jewish Heritage ausgestellt. Elisabeth Leopold: „Ich gönne es ihnen. Es wird ja dann noch lang genug in Wien sein.“

Alles über Wallys Heimkehr lesen Sie jetzt im neuen NEWS 30/10