Elfmeter vergeben: Ronaldinho, Eto'o und Co. machten es gegen Benfica spannend!

Nach Barca-Sieg: Spanien mit 2 Klubs im Halbfinale Presse taufte Matchwinner kreativ in "Etodinho" um

Von Italiens stolzem Fußball-Trio mit dem AC Milan, Internazionale und Juventus, das 2003 noch geschlossen im Semifinale stand, ist im Viertelfinale 2006 mit den Rossoneri ein Einzelgänger übrig geblieben. Nach den Blau-Schwarzen aus Mailand am Mittwoch mussten 24 Stunden später auch die Weiß-Schwarzen aus der Olympia-Stadt gegen Geheimtipp Arsenal die Champions League-Segel streichen. Hingegen ist Spanien zur quantitativen Nummer eins aufgestiegen. Villarreal CF, der am Dienstag Inter eliminiert hat, wird in der Runde der letzten Vier vom Favoriten Barcelona CF begleitet.

Eine Woche nach dem torlosen, aber an Chancen keineswegs armen Hinspiel in Lissabon, verabschiedeten die Katalanen erwartungsgemäß Benfica, den Achtelfinal-Bezwinger von Titelverteidiger Liverpool. Nach 90, diesmal eher einseitig verlaufenen Minuten leuchtete auf der Anzeigetafel des mit 98.787 Zuschauern ausverkaufen Camp Nou ein 2:0 für die Hausherren auf. "Wir haben dafür aber hart arbeiten müssen", gab Trainer Frank Rijkaard erleichtert zu.

Seine Startruppe hatte ihn und die Fans im riesigen Rund lange auf die Folter gespannt. Und das lag vor allem daran, dass Ronaldinho in der fünften Minute mit einem Handelfer an seinem brasilianischen Landsmann Moretto scheiterte. Der Weltfußballer 2004 und 2005 besserte seinen Fehler aber 14 Minuten später aus und traf nach toller Vorarbeit von Eto'o zum 1:0. Bei diesem Stand blieb es bis zur 89. Minute, ehe der Kameruner Assistent zum Vollstrecker avancierte.

Benfica hatte vor der Pause keine einzige Torchance und nach dem Wechsel durch Miccoli zumindest eine ganz große Möglichkeit zum Ausgleich, der die Gäste dem Aufstieg nahe gebracht hätte. "Es war eine sehr enge zweite Hälfte", befand auch Rijkaard und das spanische Fachblatt "Sport" schrieb dazu: "Barca triumphierte am Rande des Nervenzusammenbruchs". "Marca" huldigte Eto'o als "Etodinho, der das Spiel in die Hand nahm und Barca ins Semifinale führte."

Rijkaard, der mit seinen Schützlingen dafür sorgte, dass Spanien erstmals seit 2002 wieder mit zwei Vereinen im Semifinale (Real und Barca damals im direkten Duell 3:1-Gesamtscore) vertreten ist, freut sich schon auf seinen Ex-Klub aus Mailand, der im Vorjahr erst im Istanbuler Endspiel-Krimi am FC Liverpool (4:3 nach 0:3-Rückstand) scheiterte. "Das werden sehr interessante Spiele gegen eine überaus starke Mannschaft. Sie verfügt über einen großartigen Kader. Wir müssen uns auf zwei ganz schwierige Partien gefasst machen."

Die Verlierer des iberischen Duells sahen weniger in die Zukunft, sie setzten sich mit der Gegenwart auseinander und haderten mit ihrem Schicksal. "Wir hätten ein Remis erreichen können, aber Barca hat uns unter Druck gesetzt und war uns letztlich in beiden Spielen überlegen," resümierte Trainer Ronald Koeman, der sich über die Referees ärgert. "Es ist hart genug, gegen Barca zu spielen, es wird aber noch schwieriger, wenn auch der Schiedsrichter gegen dich ist." Der Blondschopf sprach damit den in Lissabon für Benfica nicht gepfiffen und den in Barcelona für die Gastgeber geahndeten Handelfer an. (apa/red)