Elektronische Fußfesseln fix: Ab Jänner '08 dürfen erste Häftlinge auf (fast) freien Fuß

Einfacher: Überwachung erfolgt nicht mehr via Satellit Träger darf sich nur an bestimmten Orten bewegen

Bedingt Haftentlassene sollen ab Beginn kommenden Jahres mit elektronischen Fußfesseln überwacht werden. Unter dem Titel "Electronic Monitoring" soll das Anfang 2007 an technischen Problemen gescheiterte Projekt neu gestartet werden. Erfolg verspricht man sich im Justizministerium durch ein einfacheres, stabileres System.

Ausprobiert werden soll es zunächst mit Frei- und Ausgängern der Strafanstalten Wien-Simmering und Graz-Jakomini, wie Ministeriumssprecher Geiblinger sagte. Im Gegensatz zum alten System mit einer Überwachung via Satellit bleibt man mit dem "Electronic Monitoring" gleichsam auf der Erde: Der Frei- oder Ausgänger trägt am Bein ein Gerät, das Signale an einen an die Telefonleitung angeschlossenen Empfänger sendet.

Vorgesehen ist, solche Empfänger in der Wohnung und am Arbeitsplatz des Betroffenen zu installieren, so dass die Überwachung an diesen beiden Orten garantiert ist. Die Reichweite der Sender ist variabel. Die Signale sollen jedenfalls so stark sein, dass der Träger sich in einem Einfamilienhaus, in einem Büro oder in einer Werkstätte frei bewegen kann, ohne dass Alarm ausgelöst wird.

Für Wege von und zum Arbeitsplatz oder zum Einkaufen werden Zeiten definiert, die der Betroffene nicht überschreiten darf. Überlegt wird die Einführung eines zusätzlichen Überwachungssystems mit GPS- Technologie.

Im Justizministerium ist man zuversichtlich, dass das System funktionieren wird. "Für 'Electronic Monitoring' kommen ohnehin nur Personen mit günstiger Prognose infrage", betonte Geiblinger. Gedacht sei an 20 bis 50 Leute, die in der ersten Phase auf diese Weise kontrolliert werden sollen.

(APA)