"Elefantenrunde" der Spitzenkandidaten:
Opposition will Absolute der SPÖ brechen

Michael Häupl: "Lasse mir Wien nicht schlechtreden" Parteien einig: Deutsch als Schlüssel für Integration

"Elefantenrunde" der Spitzenkandidaten:
Opposition will Absolute der SPÖ brechen © Bild: APA/Pfarrhofer

Die fünf Spitzenkandidaten für die Wien-Wahl sind am Sonntagvormittag das erste Mal zu einer gemeinsamen TV-Diskussion zusammengekommen. Bei der vom Umgang her recht geziemten "Elefantenrunde" im ORF dominierten unter Leitung von Wien-Chefredakteur Paul Tesarek die Themen Integration und Bildung. Konsens bestand dabei unter allen Vertretern, dass das Beherrschen der deutschen Sprache zentrale Voraussetzung für Integration sei.

SPÖ-Bürgermeister Michael Häupl konstatierte: "Deutsch ist die Kommunikation, die bei uns entsprechend notwendig ist." Zugleich könne man keine Obergrenzen von 25 Prozent für Volksschüler mit Migrationshintergrund in einer Klasse einziehen, wenn 49 Prozent der Kinder einen solchen hätten. "Allein mit Freiwilligkeit werden wir hier nicht weiterkommen", votierte dagegen ÖVP-Spitzenkandidatin Christine Marek für Verpflichtungen im Integrationsbereich.

"In einer deutschsprachigen Stadt wie Wien wird man wohl kaum beruflichen Erfolg haben, ohne die Sprache zu beherrschen", konzedierte auch Grünen-Frontfrau Maria Vassilkou. Zentral seien aber die Anerkennung von Berufsabschlüssen und "Sozialarbeit vor Ort in jedem größeren Gemeindebau".

Strache: "Bin kein Ausländerfeind"
"Ich bin kein Ausländerfeind - aber ich bin ein Feind der SPÖ-Politik in dieser Frage", zeigte sich FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache angriffig. Der freiheitliche Spitzenkandidat verteidigte dabei seinen umstrittenen Wahlcomic "Sagen aus Wien" mit einem geschichtlichen "Bildungsauftrag": "Wir wollen, dass die Menschen sich an die Hausordnung in Wien halten." In dieser Frage nah bei der FPÖ präsentierte sich BZÖ-Frontmann Walter Sonnleitner mit der Formulierung: "Ich glaube, dass die Integrationspolitik gescheitert ist." Schließlich sei das Anerkennen der Kultur, Gebräuche und Sitten Integration - nicht nur das Beherrschen der Sprache.

Uneinigkeit in Sachen Bildungspolitik
Noch klarer offenbarten sich die Bruchlinien zwischen den einzelnen Parteien bei der Frage der Bildungspolitik. Die Neue Mittelschule als Ganztagesschulen samt Leistungsgruppen sei für ihn ein absolutes "Go-Go", wohingegen für Marek dies ein "No-Go" sei, griff Häupl zu Sprachspielen. "Wir brauchen Leistungsdifferenzierung", votierte Marek stattdessen gegen eine "undifferenzierte Gesamtschule". Die besten Chancen hätten Kinder bei einem durchlässigen System. Auch Strache plädierte gegen die Gesamtschule: "Gerade in den Gymnasien haben wir im internationalen Vergleich Topqualität"

Den Grünen geht das System hingegen noch nicht weit genug. "Ich finde, die Neue Mittelschule ist ein erster Schritt in die richtige Richtung - aber es braucht viel mehr", forderte Vassilakou weitere Räumlichkeiten, mehr Lehrer und einen Schwerpunkt in Richtung Mehrsprachigkeit. Auch BZÖ-Sonnleitner votierte für die gemeinsame Schule der 10- bis 14-Jährigen, wobei das Gymnasium in einer Übergangsphase noch erhalten bleiben müsse.

"Lasse mir Wien nicht schlechtreden
Im Bereich der Wirtschaftspolitik verteidigte indes Häupl die Leistungen der vergangenen Jahre: "Ich lasse mir Wien jedenfalls nicht schlechtreden." Die Oppositionskräfte forderten stattdessen kürzere Betriebsgenehmigungszeiten, ein Absenken der Belastungen für kleinere und mittleren Unternehmen sowie die Förderung von Zukunftstechnologien - etwa durch den Bau neuer Stadtteile in Passivbauweise.

Auf die doppeldeutige Anspielung von Chefredakteur Tesarek, welcher der jeweiligen Oppositionskandidaten mit Bürgermeister Häupl nach der Wahl eine politische "Homo-Ehe" oder eine Beziehung eingehen wolle, zeigten sich Marek und Vassilakou offener als Strache. Konsens bestand aber zwischen allen Oppositionsparteien über das Ziel, die absolute Mandatsmehrheit der SPÖ zu brechen.

"Habe nicht vor, den Herrn Bürgermeister zu heiraten"
"Mir geht's darum, dass wir in dieser Stadt politisch etwas weiterbringen", so Marek, die dezidiert ausschloss Strache gegebenenfalls zum Bürgermeister zu wählen. "Ich habe nicht vor, den Herrn Bürgermeister zu heiraten - worum es mir geht ist, dass Grün regiert", votierte auch Vassilakou für eine Machtperspektive ihrer Partei. Es gehe um ein Ende der desaströsen roten Politik, umschiffte Strache die Koalitionsdebatte, der auch Häupl wenig abgewinnen konnte: "Für mich besteht überhaupt keine Notwendigkeit, vor einer Wahl über Koalitionen zu reden." Er wolle politisch ledig bleiben.

(apa/red)

Kommentare

Billiger Stimmenfang-Zirkus! Patienten in der Manege! Tatsache ist: es geht nicht um Stimmen, es geht um unsere Sicherheit. Nicht nur am Wahltag am Sonntag - jeden Tag!!

http://www.youtube.com/watch?v=VwYc20j_H74

Der präpotente, arrogante Saufkopf war wieder mal das allerletzte! Wer sowas wählt gehört eigentlich eingesperrt!

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Maria Vassilakou war im ATV genial Sie hat die Herrenrunde vorgeführt.
Marek zähl ich dazu ;)

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Re: Maria Vassilakou war im ATV genial Einen leichten Oberlippenbart hat die Vassilakou - vielleicht schon ein Hinweis auf Rot-Grün. Na Prost Mahlzeit

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Die Politdisskusion des ATV ist viel besser,wie beim ORF ! Die rote Turnherrsendung gehört längst eingestellt,schade um jeden Pfening für den linken Sender !

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Re: Die Politdisskusion des ATV ist viel besser,wie beim ORF ! Schade nur, dass die anderen zumindest Wien-weit antretenden Parteien nicht auch eingeladen wurden.
So kommt dabei schon schlechtes Gefühl auf.

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Vassilakou von den Grünen hat mir bei weitem am besten gefallen. Sie hat als einzige Konkrete klare Ansagen.
Und hat Strache von Beginn an Konter gegeben .

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Re: Vassilakou von den Grünen Ja, die hat schon was, ist auch eine intelligente und smarte Frau und hebt sich dadurch vom Rest der Poltik ab ;)

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Re: Vassilakou von den Grünen jaja eine Griechin als BM.Soll mal heimfahren und dort die Probleme lösen.

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Re: Vassilakou von den Grünen omg @freak40.

wie alt bist du wenn ich fragen darf?
schulbildung nix gut oda was???

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Re: Vassilakou von den Grünen die Vassilakou ist ein trampel hoch zehn

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