ElBaradei kritisiert Israel im Atomkonflikt:
Androhung militärischer Aktionen schadhaft

IAEO-Chef fordert Iran auch zu mehr Kooperation auf

ElBaradei kritisiert Israel im Atomkonflikt:
Androhung militärischer Aktionen schadhaft © Bild: APA/Fohringer

Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde IAEO (IAEA), Mohamed ElBaradei, hat die Androhung militärischer Gewalt im Konflikt um das iranische Atomprogramm als kontraproduktiv bezeichnet. Militärische Aktionen würden internationale Verträge unterlaufen, sagte ElBaradei in einem Interview des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" und bezog sich dabei auf entsprechende Äußerungen aus der israelischen Regierung.

Zugleich forderte ElBaradei die Regierung in Teheran zu einer stärkeren Zusammenarbeit auf. "Die Kooperationsbereitschaft der iranischen Seite lässt zu wünschen übrig." Die internationale Gemeinschaft fordert seit langem, dass der Iran sein Programm zur Anreicherung von Uran einstellt. Vor allem die USA und Israel gehen davon aus, dass die Islamische Republik an der Entwicklung einer Atombombe arbeitet. Die Regierung in Teheran weist dies zurück und hat wiederholt betont, sie wolle die Nuklearenergie friedlich nutzen.

Zuvor hatte Israels Vize-Regierungschef Shaul Mofaz erklärt: "Wenn der Iran sein Programm zur Entwicklung einer Atombombe fortsetzt, werden wir angreifen." Als Reaktion auf die Äußerungen forderte der Iran die Einschaltung des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen. Der iranische UNO-Botschafter Mohammed Khazaee erklärte, eine solche Drohung gegen ein Mitglied der Vereinten Nationen sei eine Verletzung des internationalen Rechts und erfordere eine klare Antwort der UNO und des Sicherheitsrats. (apa/red)