Eklat mit Folgen: Strafe für Serena Williams
nach Ausraster bei den US Open in New York

Beschimpfte und bedrohte eine Linienrichterin PLUS: Weitere Strafen sind nicht ausgeschlossen

Eklat mit Folgen: Strafe für Serena Williams
nach Ausraster bei den US Open in New York © Bild: Reuters

Für ihren Ausraster im Halbfinale der US Open ist Serena Williams mit der vollen Härte des Regelwerks bestraft worden. Über die 27-jährige wurde die für ein solches Vergehen maximale Pönale von 10.000 Dollar verhängt, zudem erwägt das Grand-Slam-Komitee weitere Untersuchungen gegen die inzwischen entthronte Titelverteidigerin. Die entschuldigte sich nun auch in einem öffentlichen Statement.

"In der vergangenen Nacht konnte jeder die Hingabe sehen, die ich für meinen Beruf habe. Nun, da ich meine Fassung wieder gewonnen habe, muss ich erkennen, dass (...) in der Hitze des Gefechts meine Leidenschaften und Emotionen Oberhand über mich gewonnen haben und ich mich in dieser Situation falsch verhalten habe", erklärte Williams, die für "Verständnis" bei ihren Fans warb und versprach, an dieser Erfahrung auch zu "wachsen".

Während des Spiels gegen Kim Clijsters hatte Williams, die auch 500 Dollar Strafe für einen zertrümmerten Schläger am Ende des ersten Satzes erhielt, freilich ganz andere Töne angeschlagen. "Ich schwöre bei Gott, ich ... werde diesen Ball nehmen ... und dir in deinen ... Rachen stopfen, verstehst du? Ich schwöre bei Gott. Sei besser froh, ... dass ich es nicht mache, ich schwöre", beschimpfte Williams den Schläger schwingend die Linienrichterin, die einen Fußfehler bei der Amerikanerin gesehen hatte. Der folgende Strafpunkt bedeutete schließlich das Aus für Williams, die zu diesem Zeitpunkt mit 4:6,5:6 bzw. 15:40 in Rückstand gelegen war.

"Bitterer Nachgeschmack"
Der Zwischenfall fand schnell seinen Weg in die Headlines. Roger Federer meinte, Williams' Ausraster hätte "einen bitteren Nachgeschmack für alle" hinterlassen, WTA-Tour-Chefin Stacey Allaster verurteilte das Verhalten der elffachen Grand-Slam-Siegerin als "unangemessen und unprofessionell". "Egal unter welchen Umständen. Keine Spielerin sollte sich so verhalten, ohne Konsequenzen zu spüren", sagte Allaster, die sich gleichzeitig zufrieden über die Entschuldigung von Williams zeigte.

Andere Spieler waren in der Vergangenheit für ähnliche Vorfälle auch schon von der Tour ausgeschlossen worden. Darauf wurde nun verzichtet, weitere Strafen sind aber nicht ausgeschlossen. "Das Grand-Slam-Regelwerk sieht auch die Möglichkeit einer Untersuchung vor, um herauszufinden, ob das Verhalten von Ms. Williams auch ein ,schweres Vergehen' darstellt, das wiederum mit weiteren Strafen belegt werden kann. Diese Untersuchung hat nun begonnen", hieß es in einem Statement von Turnier-Schiedsrichter Brian Earley.

(apa/red)