Eklat im Flüchtlingslager Traiskirchen:
Fünf Asylwerber wurden festgenommen

Polizei: Afghanische Asylwerber nur Unmut geäußert Großeinsatz ausgelöst. Rund 70 Beamte vor Ort

Eklat im Flüchtlingslager Traiskirchen:
Fünf Asylwerber wurden festgenommen © Bild: APA/Gindl

Ein vorangegangener Streit unter Jugendlichen soll zu einer Massenschlägerei in der Erstaufnahmestelle Traiskirchen geführt haben. Beteiligt gewesen seien Asylwerber aus Afghanistan und Tschetschenien, bestätigte Bürgermeister Fritz Knotzer. Die Polizei widerspricht den Meldungen einer "Massenschlägerei". Franz Wendler, Leiter der kriminalpolizeilichen Abteilung NÖ, bemerkte dazu, dass afghanische Asylwerber wegen einer Amtshandlung gegen einen jugendlichen Landsmann lediglich ihren "Unmut geäußert" hätten. Verletzt wurde dabei niemand.

Laut Knotzer hatte die Auseinandersetzung bei einem Basketball-Spiel unbegleiteter afghanischer und tschetschenischer Jugendlicher ihren Ausgang genommen. Es sei zu einer Prügelei gekommen, bei der sich Erwachsene aus den jeweiligen Nationen mit den Jugendlichen - unter denen es Leichtverletzte gegeben habe - "solidarisiert" hätten. Daraus sei eine Massenschlägerei entstanden.

Ein Großeinsatz der Polizei war die Folge. Etwa 70 Beamte, unter ihnen 20 des EKO-Cobra und auch Hundeführer, seien ausgerückt, so der Bürgermeister. In der Erstaufnahmestelle sind nach seinen Angaben aktuell etwa 1.000 Asylwerber untergebracht. Bei etwa 800 von ihnen handle es sich freilich um sogenannte Dublin-Fälle.

Lediglich "Unmutsäußerungen" von Afghanen
Franz Wendler, Leiter der kriminalpolizeilichen Abteilung NÖ, betonte, dass afghanische Asylwerber wegen einer Amtshandlung gegen einen jugendlichen Landsmann ihren "Unmut geäußert" hätten. Es habe demnach "keine Auseinandersetzung" zwischen Afghanen und Tschetschenen gegeben. Es sei zu fünf vorübergehenden Festnahmen wegen "aggressiven Verhaltens gegenüber der Polizei" gekommen, so Wendler. "Alles andere sind Vermutungen." Der Vorfall sei auch "rasch unter Kontrolle" gewesen. Es habe keine Verletzten gegeben.
(apa/red)