Eklat im italienischen Fernsehen: Silvio Berlusconi verlässt wutentbrannt TV-Studio!

Premier war mit gestellten Fragen nicht einverstanden "Kanal Kriegsmaschine die gegen mich gerichtet ist"

Eklat im italienischen Fernsehen: Silvio Berlusconi verlässt wutentbrannt TV-Studio!

In Italien ist vier Wochen vor den Parlamentswahlen am 9. und 10. April eine "Medienschlacht" ausgebrochen. Italiens prestigereichste Tageszeitung, die Mailänder "Corriere della Sera", stellt sich offen an die Seite der oppositionellen Mitte-Links-Allianz. "Wir wollen den Lesern erklären, warum sich diese Tageszeitung den Erfolg einer der beiden Gruppierungen im Wahlkampf, nämlich jenen der Mitte-Links-Allianz, wünscht", hieß es in einem am Mittwoch erschienen Leitartikel des Chefredakteurs Paolo Mieli.

Bei einem Fernsehauftritt des italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi im Wahlkampf ist es zum Eklat gekommen. Der in Umfragen hinter der Opposition zurückliegende Regierungschef stürmte am Sonntag wutentbrannt während eines Live-Interviews aus dem Studio. Da er mit den Fragen der Redakteurin des staatlichen Senders RAI 3 nicht einverstanden war, herrschte er sie an: "Dieser Kanal ist eine Kriegsmaschine, die gegen den Ministerpräsidenten gerichtet ist."

Nach seinem Wutausbruch packte er seine Unterlagen und verließ das Studio. Die Redakteurin Lucia Annunziata hatte den Zorn des Medien-Magnaten mit der Frage erregt, wie er es sich erkläre, dass sein Bild im Ausland im Grunde nur von zwei wesentliche Punkten geprägt sei: Seine Unterstützung für US-Präsident George W. Bush und der Interessenkonflikt, in den er wegen seiner politischen und wirtschaftlichen Aktivitäten geraten sei.

Berlusconi reagierte zunächst sichtlich irritiert und weigerte sich dann, über sein Verhältnis zu Bush zu reden. Seine Unterstützung der USA im Irak-Krieg ist in Italien nicht populär. Daher hatte sich Berlusconi im Wahlkampf bemüht, das Thema herunterzuspielen. Als Annunziata seine Versuche abblockte, das Thema zu wechseln und seine Regierungsbilanz vorzustellen, reagierte Berlusconi gereizt und warf ihr Voreingenommenheit vor. Zudem nannte er RAI 3 einen von Linken unterwanderten Sender.

Berlusconis Bündnis liegt in Umfragen 3,5 Prozentpunkte hinter der Mitte-links-Allianz seines Kontrahenten Romano Prodi. Am Dienstag werden die beiden Kontrahenten in einem ersten Fernsehduell aufeinander treffen. Das Staatsfernsehen RAI bestätigte am Samstag, dass Prodi zugestimmt habe. Ein zweites Duell soll am 3. April folgen.
(apa/red)