Eklat bei Eishockey-WM: Lettische Rowdys bringen Spiel an den Rand des Abbruchs

Bei 0:11-Pleite des Gastgebers gegen Kanada US-Referee Looker brachte Fass zum Überlaufen

Heftige Proteste von lettischen Eishockey-Fans haben am Donnerstagabend in Riga beinahe zum Abbruch der WM-Partie des Gastgeber-Teams gegen Kanada (0:11) geführt. Beim Stand von 4:0 für die Nordamerikaner, die von den ersten acht Treffern nicht weniger als sieben in Überzahl erzielten, flogen erstmals Gegenstände aufs Eis. Der äußerst kleinlich pfeifende US-Schiedsrichter Rick Looker, der die Letten zuvor reihenweise auf die Strafbank geschickt hatte und mit einem minutenlangen Pfeifkonzert bedacht wurde, musste die Mannschaften daraufhin zwei Minuten früher in die erste Drittelpause schicken.

In der 46. Minute unterbrach der in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) tätige Looker das Match beim Stande von 8:0 erneut, da es unter anderem Münzen und Schuhe geregnet hatte. Wieder mussten die Akteure in die Kabine und der lettische Teamspieler Janis Sprukts forderte die 10.000 Fans über Mikrofon zur Mäßigung auf. Nachdem das Spiel wieder fortgesetzt worden war, sorgten der Vorjahres-Finalist von Wien mit dem 11:0 für die höchste Niederlage eines WM-Gastgebers seit 30 Jahren.

"Ab einem gewissen Zeitpunkt ging es um die Sicherheit der Spieler", meinte Kanadas Coach Marc Habscheid nach dem Kantersieg, der die "Ahornblätter" bereits fürs Viertelfinale planen lässt. "Lettland hat großartige, leidenschaftliche Fans. Nur wenige von ihnen haben Dinge geworfen, dann wurde es aber gefährlich." Der als "Vermittler" in Aktion getretene Stürmer Sprukts zeigte sich nach der Partie nicht nur vom Resultat enttäuscht: "Normalerweise haben wir großartige Fans, die uns unabhängig vom Resultat anfeuern. Heute habe ich das vermisst."

(apa/red)