Eiskunstlauf von

Russland holt Team-Gold

Altmeister Pluschenko führt die Gastgeber-Nation zu prestigeträchtiger Medaille

Yevgeni Plushenko mit Blumen in der Hand beim Eistanz in Olympia © Bild: ADRIAN DENNIS/AFP/Getty Images

Russlands Eiskunstläufer haben am Sonntag das erste Gold für die Gastgeber bei den Winterspielen in Sotschi geholt. Angeführt vom 31-jährigen Altmeister Jewgeni Pluschenko setzte sich die favorisierte Mannschaft im Teamwettbewerb vor den Augen von Präsident Wladimir Putin überlegen mit 75 Punkten und zehn Zählern Vorsprung durch. Silber sicherte sich Team Kanada, Bronze ging an die USA (60).

Der dreifache Weltmeister Pluschenko hatte sein Heimatland mit dem Gewinn bei den Herren auf Gold-Kurs gebracht. Der 2006-Olympiasieger gewann seine Konkurrenz vor 12.000 begeisterten Zuschauern mit 168,20 Punkten. Mit zwei Olympiasiegen und zweimal Silber zog der Russe mit dem Schweden Gillis Grafström gleich. Doch der "Eis-Zar" will auch im Einzel starten und als Erster fünf Medaillen holen. "Das war nur zum Aufwärmen, ich will noch mehr Medaillen. Ich freue mich, gegen die jungen Läufer zu laufen", sagte der strahlende Pluschenko.

Immer wieder wurde spekuliert, dass der St. Petersburger nach dem Team-Event aufgeben wird und der 18 Jahre alte Ersatzläufer Maxim Kowtun einspringen muss. Pluschenko wirkte zum Schluss seiner emotionalen Kür entkräftet, aber sein langjähriger Trainer Alexej Mischin widersprach. Die Taktik sei gewesen, für das Team kein Risiko einzugehen.

Das siegreiche russische Team im Eiskunstlauf von Sotschi
© Matthew Stockman/Getty Images Das russische Team triumphiert vor den Augen Putins

15-Jährige begeistert das Publikum

Neben Pluschenko riss die erst 15-jährige Europameisterin Julia Lipnizkaja die Zuschauer von den Sitzen. Die Europameisterin zeigte keine Nerven und stellte in der Kür eine persönliche Bestleistung auf. Den Schlusspunkt setzten die Eistänzer Jelena Ilinych und Nikita Kazalapow, die Dritte wurden. Die US-amerikanischen Weltmeister Meryl Davis/Charlie White stellten mit 114,34 Punkten einen "Kür-Weltrekord" auf.

Zuvor hatte die Internationale Eislauf-Union (ISU) Gerüchte zurückgewiesen, nach denen es Preisrichterabsprachen zwischen Russland und den USA geben soll. In der französischen Sportzeitung "L'Equipe" wird ein russischer Trainer zitiert, der anonym behauptet, die Gastgeber hätten einen Deal mit den US-Amerikanern. Danach soll Russland Gold im Team-Event und im Paarlauf zugeschanzt bekommen, die USA dafür im Tanz gewinnen.

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