Die kanadischen All-Stars

Sonst wenige NHL-Cracks dabei. Russland ist als Titelverteidiger am Start.

von Kanada bei der Eishockey-WM 2012 © Bild: GEPA pictures/EQ/Teuscher

Neben den beiden Rekordweltmeistern sind Schweden, Finnland und Tschechien heiße Medaillenkandidaten. Die beiden Gastgeberländer sind auch auf Wiedergutmachung aus, sowohl sportlich als auch organisatorisch. Die "Suomis" haben im Vorjahr gegen Tschechien das Spiel um Bronze verloren, das "Tre Kronor Team" verpasste gar erstmals seit dem Jahr 2000 das Halbfinale. Zudem waren die Hallen aufgrund überteuerter Tickets oft fast leer. Die beiden Veranstalter haben dem Rechnung getragen und die Preise diesmal gesenkt.

Sowohl Schweden als auch Finnland haben heuer die zweite Chance, den WM-Heimfluch zu beenden. Seit dem Triumph der Sowjetunion 1986 in Moskau hat keine Mannschaft mehr im eigenen Land WM-Gold geholt. Allerdings haben beide Gastgeberländer nur wenig Verstärkung aus der NHL bekommen. Aufgrund des Arbeitskampfs in der NHL begann das Play-off heuer 19 Tage später, womit auch weniger Stars aus Nordamerika nach Skandinavien reisten. Waren es im vergangenen Jahr noch 97 WM-Teilnehmer aus der stärksten Liga der Welt, sind es diesmal nur knapp mehr als 70.

Nur ein NHL-Finne
Schweden hat nur sechs NHL-Spieler im Kader, im Vorjahr waren es noch 16. Österreich-Gegner Finnland hat gar nur einen. Lauri Korpikoski (Phoenix Coyotes) hat seine Zusage gegeben, der Stürmer musste nach einer am 25. März erlittenen Gehirnerschütterung jedoch fast einen Monat pausieren.

Russland hat zehn Weltmeister von 2012 dabei, allerdings fehlen heuer die Superstars Alexander Owetschkin (Washington Capitals), MVP Jewgeni Malkin (Pittsburgh Penguins) und Pawel Dazjuk (Detroit Red Wings). Angeführt wird die "Sbornaja" von Ilja Kowaltschuk (New Jersey Devils), der vor vier Jahren in der Schweiz zum wertvollsten Spieler der WM gewählt worden ist. Bei den Torhütern ist das NHL-Duo Ilja Brysgalow (Philadelphia Flyers) und Semjon Warlamow (Colorado Avalanche) gemeldet.

Star-Truppe aus Kanada
Mit einer nominell sehr starken Mannschaft ist Kanada angereist. Der 24-fache Weltmeister ist zuletzt dreimal in Folge im Viertelfinale gescheitert und hat nur die Ränge 7, 5 und 5 belegt. Der bisher letzte Titel liegt schon sechs Jahre zurück.

Teamchef Lindy Ruff, mittlerweile ehemaliger Trainer von Thomas Vanek bei den Buffalo Sabres, kann unter anderem auf Steve Stamkos (Tampa Bay Lightning), mit 29 Toren bzw. 57 Punkten jeweils auf Platz zwei der abgelaufenen NHL-Saison, oder Eric Staal (Carolina Hurricanes), Mitglied des elitären Triple Gold Club aus Olympiasieg (2010), WM-Gold (2007) und Stanley-Cup-Sieg (2006) bauen. Dazu sorgen dessen Bruder Jordan Staal und Jeff Skinner (beide Carolina), Jordan Eberle und Taylor Hall (beide Edmonton Oilers), Ryan O’Reilly, Matt Duchene (beide Colorado Avalanche) und Claude Giroux (Philadelphia Flyers) für geballte Offensivkraft.

Tschechien mit zehn NHL-Stars
Tschechien, zuletzt dreimal in Folge in den Medaillenrängen, setzt auf zehn NHL-Profis. Gespannt sein darf man, welches Gesicht Vize-Weltmeister Slowakei zeigt. Die Slowaken haben viermal in Serie das Viertelfinale verpasst, ehe sie im vergangenen Jahr mit Rang zwei überraschten. Die abschließenden Testspiele vergangenes Wochenende verloren sie zu Hause gegen Weißrussland und Norwegen. Das seit 2004 medaillenlose US-Team, Österreichs Auftaktgegner, hat kaum echte NHL-Stars im Kader.

Diese sieben Länder bzw. ihre Vorgängernationen haben sich seit 60 Jahren, seit Silber für Deutschland und Bronze für die Schweiz 1953, alle Medaillen untereinander ausgespielt.

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