Eishockey-WM 2013 von

Keine Chance gegen Finnland

Österreich geht mit 2:7 unter. Nur im letzten Drittel trifft das ÖEHV-Team.

Rauferei bei Österreich gegen Finnland bei der Eishockey-WM 2013 © Bild: GEPA pictures/Jannach

Österreichs Eishockey-Nationalmannschaft hat am Samstag die erwartete Niederlage gegen den WM-Gastgeber kassiert. Die ÖEHV-Auswahl musste sich in Helsiniki dem hoch favorisierten Finnland mit 2:7 (0:2,0:1,2:4) geschlagen geben. Die Österreicher waren zwei Drittel lang chancenlos, kämpften sich aber dank tollem Rückhalt von Torhüter Bernhard Starkbaum und zwei Unterzahl-Toren zurück ins Spiel. Die Hoffnung währte aber nur sieben Minuten, ehe die Finnen mit einem Doppelschlag alles klar machten.

Während Welser eine Fünfminutenstrafe (plus Spieldauerdisziplinar) absaß, verwertete zu Beginn des Schlussdrittels zunächst Robert Lukas einen Vanek-Pass zum 1:3 (41.), zwei Minuten später verkürzte Raphael Herburger auf 2:3 (43.). Doch die über das gesamte Spiel klar überlegenen Finnen legten danach wieder zu und ließen sich den Sieg nicht nehmen. Lauri Korpirkoski, ihr einziger NHL-Spieler bei dieser WM, im Powerplay (50.) und Niklas Hagman 56 Sekunden später (51.) entschieden die Partie. Jarno Koskiranta (56.) und Veli-Matti Savinainen (58./PP) sorgten noch für einen auch in dieser Höhe hochverdienten Sieg der Finnen.

Damit muss Österreich weiter um den Klassenerhalt zittern. Das Team von Manny Viveiros benötigt entweder Schützenhilfe, vor allem von Frankreich, oder eine Sensation im abschließenden Spiel am Montag (19.15 Uhr) gegen Weltmeister Russland, um auch bei der WM 2014 in Minsk dabei zu sein.

Viveiros stellte im fünften Spiel innerhalb von sieben Tagen um. Er brachte in der Verteidigung Johannes Reichel, der zu seinem ersten WM-Einsatz kam, anstelle von Rekord-Teamspieler Gerhard Unterluggauer. Daniel Welser stürmte statt Manuel Latusa in der ersten Linie mit Thomas Koch und Thomas Vanek.

Finnen mit Blitzstart
Die Finnen legten gleich richtig los. Bereits nach 69 Sekunden hatte Antti Pihlström die erste große Chance, doch Torhüter Bernhard Starkbaum konnte parieren. Fast im Gegenzug hatte Andreas Kristler das 1:0 für Österreich am Schläger, scheiterte aber an Joni Ortio.

Aber schon nach neun Minuten lag das Suomi-Team 2:0 voran. In der 5. Minute traf Pihlström zum 1:0, Veli-Matti Savinainen erhöhte vier Minuten später. Davor hatte Österreichs Top-Stürmer Thomas Vanek die Chance auf den Ausgleich, ihm versprang jedoch der Puck (7.).

Kaum Hoffnung auf Überraschung
Österreich lieferte dem zweifachen Weltmeister (1995 und 2011) fortan einen Abwehrkampf und hielt den Rückstand in Grenzen. Petri Kontiola erhöhte sein Torkonto im Powerplay auf sechs Turniertreffer (28./PP2), doch in Unterzahl machte das rot-weiß-rote Team die Partie noch einmal spannend. Allerdings währte die Hoffnung auf einen Punktegewinn nur sieben Minuten.

12.121 Zuschauer in der Hartwall-Arena sorgten für tolle Stimmung, nicht jeder war auf den Gegner auch gut vorbereitet: "Der Bär ist erlegt (Anm.: Sieg gegen Russland), nun bringt uns die Känguruhs", war auf einem Transparent zu lesen.

Meinungen

Manny Viveiros (Teamchef Österreich): "Die Finnen sind so eine gute Mannschaft, sie sind besser als wir. Wir waren hinten und haben ein paar Strafen bekommen, das kostet so viel Kraft, und trotzdem stand es 2:3. Wenn wir das gehalten hätten, wäre alles möglich gewesen. Wichtig ist, dass in keiner einzigen Minute oder Sekunde die Spieler nicht gekämpft hätten. Wir müssten unser bestes Spiel machen, um eine Chance zu haben. Aber die Wahrheit ist, dass wir komplett leer sind. Sechs Spiele in acht Tagen, das ist unglaublich, und dazwischen nur ein Tag Pause. Das spielt eine Rolle, es ist keine Ausrede, aber das ist die Wahrheit."

Jukka Jalonen (Teamchef Finnland): "Wir haben zwei Drittel sehr gut gespielt. Nach den zwei Unterzahltreffern der Österreicher war das ein harter Moment für uns. Deshalb habe ich ein Time-out nehmen müssen. Das hat funktioniert, das vierte Tor war dann die Entscheidung. Insgesamt war das ein gutes Spiel."

Raphael Herburger (Torschütze Österreich): "Die Finnen haben 40 Minuten super gespielt, wir haben durch Unterzahltore ein Momentum bekommen, aber sie haben dann am Schluss des Powerplays das Tor gemacht. Da war dann ein bisschen die Luft draußen. Die Finnen haben das dann klasse gemacht und uns keine Chance mehr gelassen. Vom Tempo her habe ich noch nie so ein schnelles Spiel gespielt. Sie kommen wie aufgezogen daher, das ist schwer zu spielen, hat aber Spaß gemacht mit den Fans. Aus 2:3 hätten wir vielleicht mehr Kapital schlagen müssen, vielleicht wäre dann ein Punkt drin gewesen. Da hat jeder das Momentum gespürt und gehofft, vielleicht haben wir noch einen Lucky Punch. Mit fünf Punkten sind wir nicht durch."

Robert Lukas (Torschütze Österreich): "Nach den zwei Toren war die Hoffnung da, dass wir noch ein kleines Wunder schaffen können. Aber wir haben zu viele Strafen genommen. Die Finnen waren sehr, sehr stark, in jeder Beziehung zu stark für uns. Der Start ins letzte Drittel soll uns Hoffnung geben, dass selbst ein 0:3 gegen Finnland noch lange nicht heißt, dass man die Partie schon verloren hat. Wir haben uns zurückgekämpft, das 7:2 ist sehr hoch, aber sie waren eine Nummer zu groß für uns. Nach dem 2:3 war die Hoffnung da, aber das war das einzige, was wir hatten. "

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