Eishockey-Team noch nicht in WM-Form:
0:4-Pleite gegen Lettland als gute Lektion

ÖEHV-Team fliegt ohne Erfolgserlebnis nach Moskau PLUS: 25-Mann-Kader ohne Kraxner und Gruber

Eishockey-Team noch nicht in WM-Form:
0:4-Pleite gegen Lettland als gute Lektion

Mit einem Dämpfer zum Abschied tritt die österreichische Eishockey-Nationalmannschaft die Reise nach Russland an. Nach der 0:4-Pleite gegen Lettland nominierte ÖEHV-Teamchef Jim Boni seinen 25-Mann-Kader, der bei der 71. Weltmeisterschaft (27. April bis 13. Mai) in Moskau den Klassenerhalt schaffen soll.

Eine schwierige Aufgabe, bekommt es Österreich doch in der wohl schwierigsten Vorrunden-Gruppe B in der Mytischi-Arena mit den USA, Vize-Weltmeister Tschechien und Weißrussland zu tun. "Eine schlimmere Gruppe hätten wir nicht erwischen können", weiß Boni, der seinen Spielern in den vergangenen Wochen den Glaube an Sensationen eingeimpft hat.

Der Italo-Kanadier hofft, im Jahr 2008 ein Nationalteam zur WM in seine Heimat führen zu können. "Die WM in Kanada ist mein Traum", betonte der ÖEHV-Teamchef.

Hoffnungen gegen USA und Weißrussland
Gegen Vize-Weltmeister Tschechien wird es für die ÖEHV-Cracks wohl wenig zu holen geben, spekuliert wird mit einer Überraschung zur Eröffnung gegen die USA oder einem Sieg gegen die Weißrussen, um den Gang in die Relegation zu vermeiden. "Vielleicht ist das USA-Spiel schon die Schlüsselpartie", meint Boni. Mike Sullivan kommt mit einer jungen Mannschaft nach Europa (nur acht Spieler sind älter als 25), die sich fast nur aus NHL-Spielern zusammen setzt.

Aufschlüsse über die Stärke des US-Teams erhofft sich Boni von Informationen des schwedischen Teamchefs und ehemaligen Feldkirch-Stars Bengt-Ake Gustafsson, der mit seinem Team am Mittwoch in Stockholm gegen die USA testet.

Bisher gab es gegen die USA aber in der Vorrunden-Gruppenphase wenig zu holen, seitdem das ÖEHV-Team in der A-Gruppe dabei ist. Dreimal versucht, dreimal klar verloren (2:5 1995 und 1999, 1:5 1996). "Die USA sind eine Top-Acht-Mannschaft. Ich glaube, die Schlüsselpartie wird gegen Weißrussland. Aber die schlagen zum Beispiel Lettland auch zumeist", meinte Matthias Trattnig.

Gregor Baumgartner gibt sich ebenfalls zurückhaltend in seinen Erwartungen. "Es ist eine wirklich gute Leistung notwendig, um überhaupt eine Chance zu haben. Aber man hat in den vergangenen Weltmeisterschaften und Olympia-Turnieren gesehen, dass Jeder gegen Jeden überraschen kann", sagte der Stürmer.

Offensiv-Akzente als Vorgabe
Die Österreicher haben sich jedenfalls zum Ziel gesetzt, mehr mitzuspielen und auch offensiv Akzente setzen zu wollen. "Aber nicht mit Hurra-Eishockey, sondern nach einem besonderen Plan", erklärte Boni. Der wurde gegen Lettland aber nicht befolgt. In der Defensive hat konsequente Abwehrarbeit gefehlt, das Powerplay war harmlos, die Chancenauswertung (ein Tor in zwei Spielen) schlecht. Dass es so bei einer A-WM nichts zu holen gibt, wissen Spieler und Trainer.

"Das war ein Schritt zurück. Wir haben keinen Respekt gezeigt, zu offen gespielt. Wir müssen viel konsequenter in unserem Drittel sein und das Umschalten von Offensive auf Defensive muss besser funktionieren. Wir hätten noch eine Stunde spielen können und hätten kein Tor geschossen. Im Powerplay haben wir das perfekte Spiel gesucht, aber wir müssen mehr schießen, die Scheibe vor das Tor bringen. Und du musst auch Leute vor dem Tor haben", forderte der Coach. "Aber es war eine gute Lektion. Vielleicht ein Dämpfer zur richtigen Zeit", hofft Boni.

Ob die Mannschaft die richtigen Lehren daraus gezogen hat, kann Boni am Dienstag (15:00 MESZ) gegen einen Top-Gegner sehen. In der großen WM-Halle Chodinka absolvieren die Österreicher gegen Russland die Generalprobe.

Boni reduzierte indes seinen Kader, Kevin Kraxner und Gerd Gruber machen die Reise nach Moskau nicht mit. 25 Spieler fliegen nach Russland, davon dürfen 23 in der Vorrunde eingesetzt werden. Nach der Vorrunde können zwei weitere Akteure nominiert werden. Sollte einer der beiden NHL-Spieler Thomas Vanek (Buffalo Sabres) oder Thomas Pöck (New York Rangers) zur Verfügung stehen, würden sie nachnominiert. Nicht dabei ist Verbandskapitän Giuseppe Mion, der sich eine "Auszeit" nimmt.

(apa/red)