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ÖEHV-Pleite im ersten
WM-Test gegen Ungarn

Gegen die Nachbarn setzte es für das junge österreichische Team eine 2:4-Niederlage

Österreich gegen Ungarn © Bild: GEPA pictures/ Christian Ort

Ein junges österreichisches Eishockey-Nationalteam hat am Mittwoch im ersten von fünf WM-Testspielen gegen Ungarn mit 2:4 (2:0,0:1,0:3) verloren. Manuel Ganahl (14.) und Raphael Herburger (19.) brachten in Wien die Österreicher mit 2:0 in Führung, im Schlussdrittel drehten die Ungarn aber noch das Spiel. Die Chance zur Revanche hat das ÖEHV-Team schon am Freitag (19.00 Uhr) in Budapest.

Im Team fehlen noch die Spieler der beiden EBEL-Finalisten Red Bull Salzburg und Vienna Capitals, weshalb fünf Spieler unter 20 Jahre Erfahrung sammeln durften. Mit den Verteidigern Bernhard Fechtig (22), Erik Kirchschläger (19) und Philipp Lindner (19) sowie den Stürmern Marco Richter (19), Patrick Spannring (24), Ali Wukovits (18) und Philipp Cirtek (21) kamen gleich sieben Spieler zu ihrem Debüt in der Nationalmannschaft.

Gegen die routinierteren Ungarn, die in ihrer Vorbereitung auf die bald anstehende B-WM schon weiter sind, dominierten die Österreicher zwei Drittel lang überraschend klar. Hochverdient brachte Manuel Ganahl die von den Teamchef-Assistenten Dieter Kalt, Christoph Brandner und Reinhard Divis betreute Auswahl auch in Führung (14.). Der Grazer Stürmer stand nach Geier-Pass völlig alleine vor dem Tor und behielt die Nerven. Raphael Herburger sorgte mit einem haltbaren Schuss für die 2:0-Führung (19.).

Wende im Schlussdrittel

Im Mitteldrittel dominierten die Österreicher zunächst wieder klar, ehe die Ungarn eine kleine Schwächeperiode zum Anschlusstreffer durch Daniel Koger nützten (32.), der Torhüter Daniel Madlener im Nachschuss bezwang. Die Vorarbeit leisteten die gerade erst eingebürgerten kanadischen Fehervar-Stars Andy Sarauer und Frank Banham.

Im ausgeglichenen Schlussdrittel schossen Tyler Metcalfe und Janos Hari mit einem Doppelschlag innerhalb von 19 Sekunden (52.) die Ungarn zum Sieg. In der Schlussminute fixierte Andras Benk mit einem Treffer ins leere Tor den Endstand.

Kalt: Gutes Spiel, um Lehren zu ziehen

"Wir hatten ein sehr gutes erstes Drittel. Wir hatten super Speed, waren in jeder Situation schneller als die Ungarn. Auch Tore sind gefallen, vielleicht ein bisschen zu wenig für die großen Chancen, die wir hatten", meinte er zum positiven Teil. Danach "hatten wir zu viele Turnovers (Scheibenverluste, Anm.), die letztlich auch das Spiel entschieden haben. Das war für uns ein gutes Spiel, um die Lehren zu ziehen für die jungen Spieler, dass es auf diesem Niveau so nicht geht und dass so die Spiele verloren werden. Auf diesem Niveau entscheiden Kleinigkeiten. Wir haben gesehen, wo es die Probleme gibt, wenn wir nicht konzentriert bis zum Schluss spielen", analysierte Dieter Kalt, in Abwesenheit von Teamchef Daniel Ratushny der Chef an der Bande.

Kalt sprach aber auch von "sehr vielen guten Sachen und Überraschungen". Die vielen jungen Spieler "haben ihre Sache größtenteils sehr gut gemacht", lobte der Coach, der sich auch mit Torhüter Daniel Madlener sehr zufrieden zeigte. Dennoch wird am Freitag wohl Bernhard Starkbaum seine Chance bekommen.

Ein ähnliches Resümee zog Sportdirektor Alpo Suhonen. "Viele jungen Spieler haben gezeigt, dass sie spielen können", meinte der Finne und hob Marco Richter (19), Mario Huber (18) und Ali Wukovits (18) hervor. "Überraschend gut", sagte Suhonen.

Fehlende Konstanz

Dass die Mannschaft das gute Spiel nicht ganz durchziehen konnte, kam für ihn nicht überraschend. Das sei der Jugend und der Tatsache geschuldet, dass sich das Team in dieser Konstellation erst finden musste. "Klar, es war nicht so konstant. Es gab viele Fehler beim Pass aus eigener Zone. Bei allen vier Toren haben wir die Scheibe gehabt und verloren. Auf so einem Niveau kannst du das nicht machen", stellte der ÖEHV-Sportdirektor fest.

Für das Retourspiel in Budapest wird es keine Änderungen im Kader geben, für die WM werden noch etwa zehn Spieler der EBEL-Finalisten aus Salzburg und Wien wohl auch NHL-Legionär Michael Raffl kommen. Ob Center Daniel Oberkofler rechtzeitig fit wird, ist offen, bei Teamkapitän Thomas Koch schaut es derzeit nicht gut aus.

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