Eisenbahnerstreik in Ungarn nun beendet: 1.300 Züge waren vom Ausstand betroffen

Auch Lehrer & Energieversorger legten Arbeit nieder Protest unter anderem gegen geplante Rentenreform

Eisenbahnerstreik in Ungarn nun beendet: 1.300 Züge waren vom Ausstand betroffen

Wegen eines Streiks der Eisenbahner war der Schienenverkehr in Ungarn gelähmt. Rund 1.300 Züge waren von der Arbeitsniederlegung betroffen. Außer den Eisenbahnern streikten Lehrer, Energieversorger und die Beschäftigten des Flugwesens. Auch der Streik der Busfahrer wurde inzwischen beendet.

In rund 100 von 7.000 Lehreinrichtungen des Landes streikten Pädagogen als Solidaritätsbeweis mit den Eisenbahnern. Laut Medien kam es allerdings nur in einem Spital zur Arbeitsniederlegung. Wie der ungarische Rundfunk (MR) berichtete, blieb das Chaos aus, da die Bürger über den Streik informiert waren und andere Transportmöglichkeiten wählten. Auf den Budapester Bahnhöfen hätten Passagiere geduldig auf den erneuten Zugverkehr gewartet, dessen volle Normalisierung für Donnerstagfrüh angekündigt wurde. Laut dem Sprecher der Staatlichen Eisenbahnen (MAV), Tibor Sigulinszky, genieße die Wiederaufnahme des Verkehrs der internationalen und Intercity-Züge Vorrang.

Der Streik der Eisenbahner wurde vom Liga-Gewerkschaftsbund der unabhängigen Gewerkschaften organisiert, der mit der Aktion gegen die geplante Stilllegung von 38 Nebengleisen der Staatsbahn MAV, gegen die Einführung von privaten Krankenkassen und die Rentenreform protestierte. Die größten Gewerkschaftsverbände hätten sich jedoch der Liga-Streik-Aktion nicht angeschlossen, da sie "Gewerkschaftarbeit von der Parteipolitik fernhalten wollen", schreiben die Medien.

Liga-Chef Istvan Gasko wird seitens der Regierungsparteien vorgeworfen, dass seine Protestaktion nicht frei sei von Parteipolitik. Die Liga-Gewerkschaften hatten trotz Einlenken der Regierung hinsichtlich der unrentablen Nebenstrecken nicht auf ihr Streikvorhaben verzichtet. Für 18.00 Uhr rief der Gewerkschaftsbund zur Massendemonstration vor das Budapester Parlament, um gegen die Sparpläne der Regierung zu protestieren.

(apa/red)