Einstweilige Verfügung gegen "Telekom": Bereits die 2. innerhalb einer Woche erwirkt

Hätten Zusatzkosten bei "aon TV" anführen müssen Mitbewerber UPC 2 Mal erfolgreich mit Verfügungen

Laut Analystenschätzungen werden für das Geschäftsjahr 2008 mehr als 3,2 Milliarden Euro in Form von Ausschüttungen unter das Aktionärsvolk gebracht. Absoluter Spitzenreiter ist dabei der Ölriese OMV, der 390 Millionen Euro auszahlen wird. Zu den Big Spenders zählt mit 369 Millionen Euro auch die Telekom Austria, gefolgt von Verbund und voestalpine, die jeweils 354 Millionen für ihre Anleger locker machen. Alfred Reisenberger, Chefanalyst der CA-IB: "Die Rechnung ist einfach. Die Dividenden steigen in absoluten Zahlen bereits deswegen, weil die Aktiengesellschaften ihre Gewinne steigern."

Die Telekom Austria hat zur Zeit wenig Glück mit einigen ihrer neuen Produkte. Während ihr beim Kombipaket Festnetz- Internet-Mobilfunk der Regulator aufs Dach steigt, hat Mitbewerber UPC bereits die zweite einstweilige Verfügung innerhalb einer Woche erwirkt. Demnach muss die Telekom bei der Bewerbung ihres Produktes "aon TV" zum Preis von 4,90 Euro auch gleichwertig die Zusatzkosten anführen.

1. Verfügung
Zuvor hatte der Wiener Telekomanbieter UPC bereits wegen der Bewerbung des aonSpeed Easy Tarif "Surfst nix, zahlst nix" eine einstweilige Verfügung erwirkt. Auch hier ging es um Zusatzkosten, die in der Werbung etwas untergeordnet angeführt wurden. Für UPC- Austria-Chef Thomas Hintze zeigen die Verfügungen, "dass hier wirklicher Handlungsbedarf bestanden hat, um die irreführende Bewerbung von aon TV und aon Speed Easy zu unterbinden".

Zuvor war bekanntgeworden, dass der Telekom-Regulator Bedenken gegen das neue Paket-Angebot der Telekom hat. Überraschend schnell hat die Telekom-Control-Kommission (TKK) die Telekom aufgefordert, "Vorschläge zu unterbreiten, um den wettbewerbskonformen Zustand wiederherzustellen". Nun soll die Reaktion der Telekom darauf von der TKK beurteilt werden.

Helle Empöung
Das Angebot hatte für helle Empörung bei den Mitbewerbern gesorgt. Ihr Vorwurf: Der Ex-Monopolist nutzt seine historisch gewachsene Infrastruktur zum Nachteil der Alternativen Betreiber. Denn diese sind teilweise auf das Netz der Telekom angewiesen, können ihre Produkte aber nur konkurrenzfahig anbieten, wenn zwischen dem Endkundenpreis und dem Wiederverkaufspreis genug Spanne bleibt. Im konkreten Fall bietet die TA ihren Kunden das Paket um 19,90 Euro an - die Wiederverkäufer sollten aber nach Eigenangaben bereits 17,48 Euro nur für die Internetleitung zahlen.

(apa/red)