Einigung auf Übergangspräsidenten in Liberia

Die Konfliktparteien in Liberia haben sich auf einen Führer der Übergangsregierung geeinigt und damit nach elf Wochen die Friedensgespräche beendet. Chefvermittler Abubakar gab in Ghana die Nominierung des Geschäftsmanns Gyude Bryant für das Amt bekannt. Regierung und Rebellen hatten sich auf den 54 Jahre alten Kandidaten aus Monrovia verständigt.

Sein oberstes Ziel sei die Versöhnung des Landes, sagte der künftige Regierungschef, der als politisches Leichtgewicht gilt. "Meine höchste Priorität wird es sein, den Schmerz, die Verletzungen und die Wunden zu heilen, die sich über Jahre hinweg angehäuft haben", sagte Bryant. Er habe diese Probleme ein ganzes Leben lang miterlebt.

Bryant kündigte an, während der zweijährigen Amtszeit der Interimsregierung eng mit den Vereinten Nationen und anderen internationalen Organisationen zusammenzuarbeiten, um Liberia nach 14 Jahren Bürgerkrieg in freie Wahlen zu führen.

"Der erste Schritt zur Versöhnung des Volkes beginnt heute", sagte der frühere nigerianische General Abubakar in der ghanaischen Hauptstadt Accra. Die liberianische Bevölkerung rief er auf, die Friedensbemühungen zu unterstützen. "Ihr müsst euren Teil dazu beitragen", sagte er. An die Adresse Bryants gerichtet, sagte Abubakar: "Ihre Aufgabe wird nicht leicht sein."

Der Chef der oppositionellen Liberia Action Party setzte sich gegen zwei bekannte politische Persönlichkeiten des Landes durch, die frühere UNO-Mitarbeiterin Ellen Johnson-Sirleaf und Rudolph Sherman. Bryant, der auch führendes Mitglied der Episkopalen Kirche in Liberia ist, gilt als der neutralste Kandidat. (APA/red)