Einigung bei umstrittenen schulautonomen Tagen: Zwei "Zwickeltage" für Unterstufen

Restliche 3 freie Tage autonom von Schule vergeben Fünf selbst festgelegte freie Tage für Oberstufen

Eltern-, Lehrer- und Schülervertreter haben sich auf einen Kompromiss bei der Neuregelung der umstrittenen schulautonomen Tage geeinigt. Demnach soll es ab 2008/09 an reinen Oberstufenschulen (nur Schüler ab der neunten Schulstufe, Anm.) wie bisher fünf von der Schule selbst festgelegte freie Tage geben.

An allen anderen Schulen sollen zwei "Zwickeltage" bundesweit einheitlich vom Unterrichtsministerium schulfrei erklärt werden. Die restlichen zwei (Pflichtschulen) bzw. drei freien Tage (höhere Schulen) können von der Schule autonom vergeben werden.

Ausgangspunkt der Diskussion war eine im Jänner präsentierte Umfrage der Elternvereins-Dachverbände, an der knapp 128.000 Familien teilnahmen und bei der sich 82 Prozent für bundesweit einheitlich verordnete schulfreie "Zwickeltage", etwa vor einem Dienstag-Feiertag oder nach einem Donnerstag-Feiertag, anstatt der von den Schulen frei eingeteilten schulautonomen Tage aussprachen. Grund der Unzufriedenheit mit den derzeit vier (Pflichtschulen) bzw. fünf (Höhere Schulen) schulautonomen Tagen waren vor allem Betreuungsprobleme von Eltern mit Kindern an unterschiedlichen Schulen.

Die nun gefundene Lösung sorgt rundum für Zufriedenheit: Die Vorsitzende des Dachverbands der Elternvereine an den Pflichtschulen, Sieglinde Guserl, sah die Eltern-Forderungen "eins zu eins umgesetzt". Nun liege der Ball beim Unterrichtsministerium.

Auch die Vorsitzende der AHS-Lehrergewerkschaft, Eva Scholik, sprach von einer "sehr guten Lösung". Man habe einen "Kompromiss gefunden, den man sehr gut vertreten kann". So sei etwa berücksichtigt worden, dass es an reinen Oberstufenschulen wie Oberstufenrealgymnasien sowie berufsbildenden mittleren und höheren Schulen auf Grund des Alters der Jugendlichen nicht die selben Betreuungsprobleme gebe wie in niedrigeren Schulstufen.

Von einem "sinnvollen Konsens" sprach auch Bundesschulsprecher Matthias Hansy. Man habe einerseits die Betreuungsprobleme in den Volksschulen und der Unterstufe berücksichtigt, andererseits aber auch die Bedürfnisse der reinen Oberstufenschulen. Gleichzeitig fordern die Schulpartner den Ausbau einer "flexiblen, qualitätsvollen, bedarfsorientierten Kinderbetreuung".

Einheitlich verordnete freie "Zwickeltage" an den Pflichtschulen sowie den AHS-Langformen könnte es ab dem Schuljahr 2008/09 geben. Die Schulpartner fordern nämlich die Bekanntgabe dieser Tage zwecks besserer Planung "spätestens mit der Schulnachricht (Semesterzeugnis, Anm.) des vorangehenden Schuljahres". Für das kommende Schuljahr wäre es also bereits zu spät.

Die Chancen auf eine Umsetzung der Einigung stehen gut: Unterrichtsministerin Claudia Schmied hatte zuletzt "eine klare Haltung der Schulpartner" gefordert. Die ÖVP war "für jede Lösung zu haben, die die Schulpartner gemeinsam vorschlagen".

(apa/red)