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Einheitsverpackung für Zigaretten

Maßnahme soll in Großbritannien und Frankreich vom Rauchen abhalten

Zigarettenpackungen in verschiedenen Farben und Designs gehören in Großbritannien und Frankreich bald der Vergangenheit an. Am Freitag traten in beiden Ländern Gesetze in Kraft, wonach Zigaretten, die neu in den Handel kommen, nur in neutralen Verpackungen angeboten werden dürfen.

In Großbritannien hat der Handel nun ein Jahr Zeit, die noch vorhandenen bunt bedruckten Zigarettenpackungen abzuverkaufen. In Frankreich muss dies bis zum 1. Jänner geschehen. Die neuen Packungen sind in einem fahlen bräunlichen Grünton gehalten, wie in der übrigen EU nehmen Warnhinweise 65 Prozent der Verpackungsoberfläche ein. Der Markenname darf zwar auf den Packungen stehen, allerdings nicht in Form eines Logos.

Die französische Gesundheitsministerin Marisol Touraine erklärte: "Einfarbige Packungen sind hässlich und das mit Absicht." Ziel sei es, "die Attraktivität vieler Zigarettenpackungen zu zerstören".

"Allzu lang haben glänzende, clever designte Packungen junge Leute zum Rauchen verführt", zeigte sich die Leiterin der Britischen Lungenstiftung, Penny Woods, über die Neuregelung erfreut. In Australien, das die neutralen Verpackungen 2012 eingeführt habe, sei der Anteil der Raucher seither bereits zurückgegangen.

"Wenn nur ein Bruchteil der 200.000 Kinder im Vereinigten Königreich, die jedes Jahr anfangen zu rauchen, davon abgebracht werden, werden tausende Leben gerettet werden", betonte Woods. Der Leiter der britischen Rauchergruppe Forest, Simon Clark, kritisierte hingegen, die neuen Verpackungsvorgaben behandelten "Erwachsene wie Kinder und Jugendliche wie Idioten".

Die Tabakunternehmen Philip Morris International, British American Tobacco, Imperial Tobacco und Japan Tobacco International (JTI) waren am Donnerstag in Großbritannien vor Gericht mit ihrem Versuch gescheitert, die Neuregelung in letzter Minute zu stoppen. JTI kündigte Einspruch gegen die Gerichtsentscheidung an.

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