Einfluss der EU für viele zu groß: Umfrage bestätigt erneut EU-Skepsis der Österreicher

Nur Briten gegenüber der Europa-Union kritischer Neun von zehn Österreichern gegen Türkei-Beitritt

Die Österreicher gehören zu den größten EU-Kritikern. Das hat eine am Dienstag veröffentlichte Befragung des internationalen Magazins "Reader's Digest" erneut bestätigt. Demnach befürwortet lediglich jeder zehnte Österreicher einen größeren Einfluss der Europäischen Union, für zwei Drittel ist der Einfluss derzeit schon zu groß. Nur in Großbritannien sind noch mehr Leute dafür, dass die EU sich tendenziell eher zurücknehmen sollte.

Für die Umfrage hat Reader's Digest von September bis November vergangenen Jahres 26.000 Leser aus 14 europäischen Ländern befragt, davon etwas mehr als 900 davon aus Österreich.

Geringes Vertrauen bei Einwanderungspolitik
Das meiste Vertrauen bringen die Österreicher der EU in der Sicherheitspolitik entgegen, das geringste in der Einwanderungspolitik, an nach dieser Umfrage die nur 9 Prozent der Österreicher glauben. 90 Prozent sprechen sich darin gegen einen EU-Beitritt der Türkei aus.

Konkret bringt laut Erhebung fast die Hälfte der Österreicher (45 Prozent) der Europäischen Union in Sicherheitsfragen ein "sehr großes" bzw. "ziemlich großes" Vertrauen entgegen, auch bei der Gesundheitspolitik waren es 44 Prozent. Immer noch zwei Fünftel der Österreicher (39 Prozent) sprachen sich ebenso positiv zur Handelspolitik aus. In die Agrarpolitik der Europäischen Union dagegen vertrauen nur 25 Prozent Österreicher - gering die Zustimmungsquoten auch bei der Umweltpolitik (21 Prozent) und der Beschäftigungspolitik mit elf Prozent.

EU-Beiträge für 84 Prozent zu hoch
Nach der Umfrage finden außerdem 89 Prozent der Österreicher, dass es in der Europäischen Union zu viel Bürokratie gibt. 84 Prozent sehen die Zahlungen Österreichs an die Europäische Union als zu hoch an. 81 Prozent meinen, dass die Subventionen nicht fair verteilt werden. Skepsis auch gegenüber der neuen Europäischen Verfassung: Mehr als die Hälfte der befragten Österreicher (56 Prozent) fühlen sich über den geplanten Verfassungstext nicht gut informiert.

Über alle befragten europäischen Länder hinweg, ist dem Meinung in drei beinahe gleich große Lager gespalten: 35 Prozent wollen mehr Einfluss der EU, 31 Prozent sind mit der gegenwärtigen Situation zufrieden und 30 Prozent wollen, dass die EU ihren Einfluss auf ihr Land reduziert. Die klaren Gegenposition besetzen dagegen Spanien und Polen, wo sich 71 Prozent bzw. 77 Prozent der Bevölkerung einen größeren Einfluss der Europäischen Union wünschen. (apa)