Einen Tag vor Frankreich-Wahl: Letzte Umfragen sehen Zweikampf Sarkozy-Royal

Anschläge auf Korsika und in Marseille vor Urnengang Auf Übersee-Inseln hat Abstimmung schon begonnen

Einen Tag vor Frankreich-Wahl: Letzte Umfragen sehen Zweikampf Sarkozy-Royal

Angesichts von Millionen unentschlossenen Wählern und einander widersprechenden Umfragen sieht Frankreich dem Ausgang der ersten Wahlrunde mit Spannung entgegen. Seit Freitag um Mitternacht ist die Veröffentlichung von Umfragen durch die Wahlaufsicht verboten. In den letzten Erhebungen stand Sarkozy immer an der Spitze, oft dicht gefolgt von Royal. Unterdessen wurden auf Korsika und in Marseille vor Wahlbeginn Anschläge verübt.

Der für eine parteiübergreifende Allianz werbende Bayrou war zeitweise nahe an das Führungsduo herangekommen, hatte aber zuletzt in den meisten Erhebungen an Stimmen verloren. Er blieb aber meist auf dem dritten Platz.

Vor dem Wahlwochenende hatten Meinungsforscher darauf hingewiesen, dass noch rund ein Drittel der Franzosen unentschlossen sei. 2002 hatten sich elf Prozent erst am Wahlsonntag endgültig für einen Kandidaten entschieden.

Die Wahl dürfte einen Generationswechsel bringen, und erstmals hat eine Frau Chancen auf das Präsidentenamt. Sarkozy ist 52, Royal 53 und Bayrou 55 Jahre alt. Erstmals in der 5. Republik (seit 1958) steht kein Premierminister, Altpremier oder amtierender Präsident zur Wahl.

Wahl in Überseegebieten begonnen
Einen Tag früher als im Mutterland hat die Präsidentschaftswahl in den französischen Überseegebieten begonnen. Als erste konnten die Wahlberechtigten auf der 7.000 Einwohner zählenden kanadischen Inselgruppe Saint-Pierre-et-Miquelon ihre Stimme abgeben. Dort öffneten die Wahllokale um 8.00 Uhr Ortszeit (12.00 MESZ), wie die Behörden bestätigten. Ab 13.00 Uhr waren die Franzosen in Französisch-Guyana zur Stimmabgabe aufgerufen, gefolgt von den Antillen und zuletzt Neukaledonien im Pazifik am späten Abend.

850.000 Franzosen im Ausland können sich in diesem Jahr an der Präsidentschaftswahl beteiligen, insgesamt sind 44,5 Millionen Menschen zur Stimmabgabe berechtigt. In Frankreich selbst beginnt der Urnengang Sonntag früh.

Die Neuregelung für die Wahl in Überseegebieten und -departements wie Guadeloupe, Martinique und Französisch-Guayana wurde heuer erstmals getroffen. Früher wurde mancherorts wegen der Zeitverschiebung noch eifrig gewählt, während der Sieger in Paris längst feierte. Eine nicht unumstrittene Neuerung am Wahlsonntag ist auch, dass eineinhalb Millionen Wähler in 82 Gemeinden mit mehr als 3.500 Einwohnern ihre Stimme elektronisch abgeben können. Gegner der Wahlautomaten befürchten Betrug oder Irrtümer durch dieses System.

Anschläge auf Korsika und in Marseille
Indessen wurden auf Korsika und in der südfranzösischen Stadt Marseille vor Beginn der Präsidentschaftswahl Anschläge verübt. Ein Polizeiposten im Dorf Cauro nahe der westkorsischen Stadt Ajaccio wurde von Unbekannten beschossen. Verletzt wurde niemand. In Marseille wurde Freitagabend eine Sparkasse durch die Explosion eines Sprengsatzes beschädigt. (apa)