Eine neue Tempo 100 Zone auf A2/Wechsel? Einführung auf Fahrtrichtung Wien möglich

Polizei: Weniger Speed, dafür viel mehr Sicherheit ÖAMTC erachtet Tempo 100 als nicht gerechtfertigt

Die mögliche Einführung von Tempo 100 auf der Südautobahn (A2) im Wechselabschnitt in Niederösterreich und der Steiermark wird geprüft. In Fahrtrichtung Graz besteht diese Geschwindigkeitsbegrenzung bereits. Erörtert werde nun, ob dies auch in Fahrtrichtung Wien der Fall sein könnte, hieß es aus dem Büro von Verkehrsminister Werner Faymann (S). Seitens der Polizei spricht man sich klar für eine Reduzierung der Fahrtgeschwindigkeit aus.

Eine neue Tempo 100 Zone auf A2/Wechsel? Einführung auf Fahrtrichtung Wien möglich

Hauptargument der Polizei ist die Verkehrssicherheit. In Fahrtrichtung Graz seien die Unfälle nach der Einführung von maximal erlaubten 100 km/h auf ein Viertel gesunken, sagte Guido Bartilla, Dienststellenleiter der Autobahnpolizeiinspektion Warth, auf APA-Anfrage. Zudem würden auf der betroffenen Strecke auch schwierige Bedingungen für die Autofahrer herrschen. Der Kurvenradius etwa sei "am engsten Limit", so Bartilla.

Geringeres Tempo für mehr Sicherheit
Derzeit ist am Wechselabschnitt in Fahrtrichtung Wien eine Geschwindigkeit von höchstens 130 km/h erlaubt. Bartilla appellierte an die Zuständigen, die Temporeduzierung "durchzuziehen", ganz im Sinne der Sicherheit. Positive Signale kamen diesbezüglich aus dem zuständigen Ministerium. "Wenn es im Sinne der Verkehrssicherheit besser ist, werden wir uns das natürlich anschauen", sagte Thomas Landgraf, Pressesprecher des Verkehrsministers, zur APA.

ÖAMTC: Tempo 100 nicht gerechtfertigt
Der ÖAMTC erachtet Tempo 100 auf der Richtungsfahrbahn Wien der A2 im Wechselabschnitt als nicht gerechtfertigt. "Es gibt einen einzigen ausgewiesenen Unfallhäufungspunkt, und der liegt kurz vor der Einfahrt von Krumbach."

Unfallanalyse
Willy Matzke, Verkehrsexperte des Clubs, verwies darauf, dass die Asfinag nach Unfällen des vergangenen Sommers Analysen durchführen habe lassen. Sachverständige seien "zu dem Schluss gekommen, dass sich die Unfälle durch nicht angepasste Geschwindigkeit und drastisches Überschreiten des 130er Tempolimits ereignet haben". Außerdem hätten sie "festgestellt, dass die Ausbaukriterien wie z.B. Kurvenradien keine generelle Senkung des Tempolimits von 130 km/h auf 100 km/h rechtfertigen".

Unfallhäufungspunkte bereits entschärft
Der Unfallhäufungspunkt bei Krumbach und heikle Kurven seien durch bessere Markierungen bereits entschärft, so Matzke, der auch darauf hinwies, dass sich die Karambolagen vorwiegend "durch nicht angepasste Geschwindigkeit, und das vor allem bei Nässe, wo ohnehin Tempo 80 gilt" ereignet hätten. Und er fügte hinzu: "Eine Verbreiterung der zu schmalen Pannenstreifen würde der Sicherheit am meisten nützen." (APA/red)