Eine Rettung der Alitalia-Fluglinie in Sicht:
Die Piloten stimmen Übernahmepläne zu

Nach 12 Stunden geben die Gewerkschaften das OK Pläne sehen eine Streichung von 3.250 Jobs vor

Eine Rettung der Alitalia-Fluglinie in Sicht:
Die Piloten stimmen Übernahmepläne zu © Bild: Reuters/Garofalo

Bei den zähen Verhandlungen zur Rettung der bankrotten Alitalia ist es in der Nacht auf Samstag zum Durchbruch gekommen. Nach fast 15-stündigen Verhandlungen stimmten die Pilotenverbände dem Übernahme- und Sanierungsplan der italienischen Investorengruppe CAI zu. Diese will die gesunden Teile der Alitalia mit der privaten italienischen Fluggesellschaft Air One fusionieren.

Die neue Fluggesellschaft wird 1.550 Piloten beschäftigen. 870 Pilotenstellen sollen abgebaut werden. 139 Piloten sollen mit befristeten Verträgen angestellt werden. Die Einigung sieht vor, dass die Flugkapitäne künftig Manager-Verträge erhalten.

3.250 Jobs werden abgebaut
Nun fehlt noch das Grüne Licht der Flugbegleiter, hieß es in Rom. Bisher hatte lediglich eine Gewerkschaft des Kabinenpersonals, die Anpav, ihre Zustimmung gegeben. Weitere Gespräche mit Vertretern der Flugassistenten seien für Montag geplant, hieß es. Der Plan sieht die Streichung von 3.250 Jobs vor. Die neue Alitalia soll insgesamt 12.500 Personen beschäftigen.

"Es war eine sehr harte Verhandlung. Endlich haben wir eine Einigung getroffen, die uns zufriedenstellt, wenn man die Situation des Unternehmens bedenkt. Oft haben wir während der Verhandlungen gedacht, es sei unmöglich, eine Einigung zu finden. Am Schluss hat jedoch die Vernunft gesiegt", sagte der Präsident der Pilotengewerkschaft Anpac.

Die größten Gewerkschaften hatten schon am Donnerstag dem Rettungsplan zugestimmt, nachdem sie von CAI-Geschäftsführer Rocco Sabelli die Garantie erhalten hatten, dass das Bordpersonal der Alitalia keine drastischen Gehaltskürzungen erleiden werde.

Politischer Erfolg für Berlusconi
Für den italienischen Regierungschef Silvio Berlusconi ist die Unterzeichnung des Rettungsplans ein großer politischer Erfolg. Schon im Wahlkampf im Frühjahr hatte der TV-Zar die Sanierung der noch staatlichen Airline dank eines italienischen Investorenkonsortiums versprochen. Berlusconi hatte stark darauf gesetzt, dass die Alitalia ihre italienische Identität bewahrt und nicht an Ausländer verkauft wird.
(apa/red)