Eine Lanze für Marina Schneider: Miss Austria "zur falschen Zeit am falschen Ort"

Kolumne von Model-Agenturchef Dominik Wachta Tirolerin zieht Schule und Sport Miss World-Wahl vor

Eine Lanze für Marina Schneider: Miss Austria "zur falschen Zeit am falschen Ort" © Bild: APA/Van Bakel

Jene Leser, die meine Kolumne schon länger verfolgen, werden jetzt in ein kollektives Augenreiben verfallen oder an einen extrem verspäteten Aprilscherz glauben. Böse Zungen mögen gar mutmaßen, ich würde weich werden. Mein Umfeld führt dies seit einiger Zeit fälschlicherweise auf meine Verliebtheit zurück. (Dominik Wachta ist seit kurzem mit Starmania-Siegerin Nadine Beiler liiert, Anm.) Ich glaube hingegen keine Veränderungen zu orten, denn ich vertrete nachwievor authentisch meine eigene Meinung. Dass ich dabei polarisiere, nehme ich in Kauf - denn immerhin kann ich mich täglich in den Spiegel schauen und weiß, mein Bestes gegeben zu haben.

Aber ich greife aus Prinzip kein Mädchen persönlich an, nur weil sie zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort war und zur Miss gekürt wurde. Nur einige Veranstalter im Hintergrund habe ich oft sehr argwöhnisch bei ihren oft sehr dubiosen Geschäften beobachtet. Und den Respekt vor den Mädchen werde ich mir weiterhin bewahren, er verleitet mich heute sogar dazu Marina Schneider, ihres Zeichens aktuelle Miss Austria, zu verteidigen.

Wer sich jetzt an Shakespears Brutus (Denn Brutus ist ein ehrenwerter Mann!) erinnert fühlt, der irrt jedoch.

In letzter Zeit trieben einige Internetuser wilde Blüten in verschiedenen Foren. Marina Schneider wird dort beleidigt, als dumm abgestempelt und mit weniger freundlichen Vokabeln bedacht. Gerade nach ihrem durchaus passablen Auftritt in Armin Assingers Millionenshow, häuften sich diese Ausdünstungen. Dass auch Fans von Österreichs Nächstes Topmodel - unserer landesweiten Modelwahl - dahinter stecken, kann ich nicht ausschließen.

Doch genau jene möchte ich bitten, fair zu bleiben. Ich würde es nie übers Herz bringen, ein sympathisches Mädchen wie die quirlige Tirolerin als den Leibhaftigen darzustellen. Wenn ich mich irren sollte, dann - meine Freundin möge mir verzeihen - möchte ich fürwahr in der Hölle landen.

Marina halte ich für kein Topmodel, aber sie ist ein sehr hübsches Mädchen. Ganz ehrlich, neidlos und ohne Sarkasmus. Die schönste Frau Österreichs stellt man sich vielleicht anders vor, aber ehrlich: würde die sich bei einer Misswahl bewerben? Zweifelhaft!

Die 18-jährige aus Völs hat's getan. Einfach als Jux. Das ist ein Motiv, das ich durchaus gelten lasse. Mehr noch: Alleine das zeigt, meiner Meinung nach, schon wieder Intelligenz. Denn manch hübsches Irrlicht glaubte tatsächlich, über diverse Misswahlen Karriere zu machen.

Auch rechne ich Schneider hoch an, dass sie uns nicht ständig in den Medien beglückt und ihr Privatleben uns so aufs Auge drückt, dass einem schlecht werden muss. Manche würden in diesen Worten wohl einen versteckten Seitenhieb auf einen Blechfisch und sein Fischstäbchen vermuten, aber würde ich je....???

Die Schule geht vor, so Schneider, wofür sie sogar die Teilnahme an der Miss World Wahl absagte. In Webblogs (Modelnews.at.tt) tauchten Gerüchte auf, das Verhältnis zu dem Misswahl-Verband wäre nicht astrein und der wahre Grund für die Absage. Dies verleitet mich unabdingbar zu folgender Privatmeinung: Würde, sofern wahr, auch nicht für mangelnde Intelligenz sprechen.

Zusammenfassend gesagt: Ich mag Marina Schneider! Liegt vielleicht teilweise auch an meinem Faible für Tirolerinnen und meinen familären Wurzeln in Westösterreich. Marina Schneider muss man aber auch irgendwie mögen, weil sie erfrischend intelligent und durchaus authentisch wirkt. Sie weiß auch genau, dass sie wohl kein Topmodel werden wird und bevorzugt daher Schule und den Sport.

Aus diesem Holz sind Sieger(innen) geschnitzt! Normal wohl keine Misswahl-Siegerinnen, aber Sieger(innen) im Leben!

Dominik Wachta ist Inhaber der Model-Agentur "Jademodels International".