Eine Diva beglückt die Wiener Veilchen:
Acimovic beschert der Austria den Cupsieg

"Eigentlich ist es schade, dass er in Österreich spielt" Daxbacher erleichtert über Vertragsverlängerung

Eine Diva beglückt die Wiener Veilchen:
Acimovic beschert der Austria den Cupsieg © Bild: Reuters/Zolles

Eine "Diva" hat die Cup-Tradition der Wiener Austria ein weiteres Mal aufleben lassen. Milenko Acimovic sicherte seinen Violetten mit einem Doppelpack in der Verlängerung den 27. Titel im Finale des ÖFB-Cups gegen Außenseiter Admira - und ließ im Anschluss auch seinen Coach Karl Daxbacher mit der Sonne um die Wette strahlen. Nach dem Sprung in die Europa League darf sich die Austria-Legende auf eine weitere Saison als Trainer der Violetten einstellen.

"Für mich ist das der größte Erfolg in meiner Trainer-Laufbahn", erklärte der von aufreibenden 120 Minuten samt anschließender Bierdusche sichtlich gezeichnete Daxbacher. Vergessen war der schwache Auftritt der Wiener in der regulären Spielzeit, als die Admira nach der Austria-Führung durch Okotie (59.) und dem Ausgleich durch Laschet (72.) dem ersten Cup-Titel seit 1966 im Finish sogar näher war. Acimovic, der Licht und Schatten zeigte, erwies sich in der Entscheidung aber als Matchwinner für die Favoritner.

"Schade, dass er in Österreich spielt"
Per Volleyschuss und nach einem energischen Antritt traf der Slowene zur Entscheidung. "Das waren die wichtigsten Tore, seit ich bei der Austria bin", war der 32-jährige Kreativspieler nicht müde zu betonen. "Eigentlich ist es schade, dass er in Österreich spielt. Aber für die Austria ist es umso besser", meinte sogar Teamkollege Franz Schiemer, der die Austria mit dem Cup-Titel Richtung Meister Salzburg verlässt. Admira-Coach Walter Schachner umriss den Unterschied zwischen dem Bundesligisten und dem Zweitligisten treffend: "Der Unterschied war ein Klassespieler wie Acimovic, der nicht immer will und mag. Aber wenn er will, dann macht er den Unterschied aus."

Der oft lethargisch wirkende Acimovic, der im Frühjahr 2007 zur Austria gestoßen war, gilt nicht unbedingt als pflegeleichter Profi. Technisch versiert und mit dem Auge für den freien Mann ausgestattet ist der Offensivspieler als Drehscheibe aber unverzichtbar. "Milenko ist vom Können her ein Topspieler. Seine Sensibilität und Art ist aber natürlich problematisch. Aber da ist man als Trainer gefragt", erklärte Daxbacher, der nach Schlusspfiff seine Freude über ein weiteres Jahr in Violett nicht verbergen konnte.

"Es war keine leichte Saison"
Die Austria-Führung hatte stets betont, den Vertrag des 56-Jährigen nur bei geschaffter Europacup-Teilnahme automatisch um ein Jahr zu verlängern. "Ich habe auch vor der Saison gesagt, das ist das Recht des Vereins, dass man an Erfolgen gemessen wird", meinte Daxbacher, der die nervliche Anspannung im Saisonfinish aber auch zugab: "Ich bin froh, dass es nicht interessant geworden ist. Es war keine leichte Saison, vor allem der Beginn war von Schwierigkeiten geprägt."

Die Austria, die in der neuen Europa League nun in der dritten Quali-Runde einsteigen wird, darf sich nun bereits vor der abschließenden Meisterschaftsrunde beruhigt zurücklehnen. "Es war ganz wichtig, dass wir den Sprung ins internationale Geschäft schaffen. Vor allem in Hinblick auf Sponsorengespräche. Für die Marke Austria ist es ein ganz wichtiger Schritt", sagte AG-Vorstand Markus Kraetschmer nach dem vierten Cup-Erfolg in Serie.

Ein Stürmer soll kommen
Auf dem Spieler-Sektor steht die nächste Entscheidung bereits bevor, U21-Teamkapitän Julian Baumgartlinger (1860 München) steht als fünfter Neuzugang vor einer Vertragsunterschrift. Da Bazina die Austria verlassen wird, soll auf alle Fälle noch ein durchschlagskräftiger Stürmer kommen.

Für die Liga bedeutet der Cup-Sieg der Austria nun einen Zweikampf um das letzte noch ausstehende Europacup-Ticket zwischen Sturm Graz und der SV Ried. Die Innviertler müssen im direkten Duell der 36. Runde am kommenden Samstag vor eigenem Publikum aber bereits mit drei Toren Unterschied gewinnen, um die Steirer in der Tabelle noch zu überholen.

(apa/red)