Eine Bank und vier Wettbüros überfallen: Fünfer-Jugendbande fasst Haftstrafen aus!

Täter müssen für zwei bis fünf Jahre ins Gefängnis

Eine fünfköpfige Jugendbande ist von einem Wiener Schwurgericht (Vorsitz: Daniela Zwangsleitner) zu Haftstrafen zwischen zwei und fünf Jahren verurteilt worden. Die Burschen im Alter von 18 bis 21 Jahren hatten zwischen dem 19. Oktober und 30. November 2005 eine Bank, vier Wettbüros und zwei Tankstellen überfallen. Sie waren zu ihren sieben Coups innerhalb von nur knapp sechs Wochen geständig.

Rädelsführer war ein aufgeweckter 18-Jähriger, der die Hauptschule abgebrochen hatte und keinen Job bekam. Weil er nicht ständig den Eltern und Freunden auf der Tasche liegen wollte, schlug er die kriminelle Laufbahn ein. Da er sich dieser alleine nicht gewachsen fühlte, warb er gute Bekannte als Komplizen an: einen 22-Jährigen, der seit vier Jahren vergeblich auf der Suche nach einer Lehrstelle als Maler und Anstreicher war, einen 19-Jährigen, der die HAK nicht geschafft hatte und nicht weiter wusste, oder einen 18-Jährigen, dem einfach "fad" war.

In unterschiedlicher Zusammensetzung begingen sie die Überfälle, die nicht immer wie geplant glückten. In einem Wettbüro bekam der mit einer Gaspistole bewaffnete Kopf der Bande vom Kellner das Serviertablett aufs Haupt geschlagen, weil jener die Waffe für nicht echt hielt. In einer Tankstelle beschied der Tankwart den Räubern, die ihn an einer Zapfsäule bedrohten: "Geht's halt rein, wenn's a Geld wollt's!" Das taten sie sogleich. Der Angestellte lief allerdings aufs WC und sperrte sich dort ein, worauf die Jugendlichen unverrichteter Dinge abzogen.

Der Überfall auf eine BA-CA-Filiale in Klosterneuburg ließ sich demgegenüber besser an. Zu dritt hatten sie die Angestellten mit Schreckschusspistolen zur Herausgabe von knapp 48.000 Euro gezwungen, ein vierter Bursche wartete draußen im Fluchtwagen. Wenige Minuten nach dem Coup explodierte allerdings ein der Beute beigegebenes Alarmpaket. "Wir haben während der Fahrt sicher 25.000 Euro aus dem Fenster rausg'haut", erzählte der Rädelsführer. Den Rest habe man in einer Waschküche "geputzt" und hauptsächlich für Spielautomaten ausgegeben.

"Und wie ist es so in der Haft?", wollte die Vorsitzende vom Hauptangeklagten abschließend wissen. "Schiach", räumte dieser ein, "i hab' über die Konsequenzen net nachdacht. In der Zeitung stehen immer nur die Überfälle. Dass die geschnappt werden, hab i net in der Zeitung g'les'n." Unter Berücksichtigung seines jugendlichen Alters wurde er zu drei Jahren unbedingt verurteilt.

Für den 22-Jährigen kam demgegenüber das Erwachsenenstrafrecht zum Tragen. Er fasste fünf Jahre aus. Jener 19-Jährige, der bei fast allen Verbrechen mitgemacht hatte, erhielt drei Jahre unbedingt. Die restlichen beiden Angeklagten kamen mit jeweils zwei Jahren teilbedingt davon. Die Urteile sind nicht rechtskräftig. (apa/red)