Eindeutig weniger Neo-Österreicher: Einbürgerungen massiv zurückgegangen

Ein Drittel neuer Staatsbürger in Österreich geboren Mitgrund für Rückgang: Staatsbürgerschaftsrecht neu

Eindeutig weniger Neo-Österreicher: Einbürgerungen massiv zurückgegangen

Die von der alten Koalition verfügte Verschärfung des Staatsbürgerschaftsrechts hat zu einem massiven Rückgang der Einbürgerungen geführt. Laut aktuellen Daten der Statistik Austria wurde im Vorjahr an 26.259 Personen der österreichische Pass vergeben. 2005 waren es noch 35.417 Neo-Staatsbürger, der Rückgang beträgt somit 25,9 Prozent. Interessantes Detail: Fast 30 Prozent der Eingebürgerten wurden bereits in Österreich geboren.

Das neue Staatsbürgerschaftsrecht war am 23. März des Vorjahres in Kraft getreten. Es hatte unter anderem zur Folge, dass die "bevorzugten" Gruppen wie anerkannte Flüchtlinge, EU- bzw. EWR-Bürger, im Land Geborene und Ehegatten später, nämlich frühestens nach sechs Jahren den Pass erhalten können. Deutschkenntnisse müssen mittels eines mündlichen Tests nachgewiesen werden, die Landeskundeprüfungen erfolgen schriftlich in Form eines Multiple-Choice-Tests. Nachgewiesen werden muss, dass während der letzten drei Jahre vor der Einbürgerung das Lebenseinkommen gesichert war.

All diese strikten Neuregelungen haben die Einbürgerungen offenbar zurückgedrängt. Während im ersten Quartal 2006 unter den alten gesetzlichen Voraussetzungen noch ein Plus von 19,8 Prozent verzeichnet wurde, kam es im Gesamtjahr zu einem Rückgang um mehr als ein Viertel. Das größte Minus verzeichnete dabei die Steiermark, wo 41,8 Prozent weniger Einbürgerungen stattfanden als 2005. Am Ende der Skala steht überraschend Kärnten mit einem Rückgang von nur 15,8 Prozent.

Freilich bleibt die Zahl der Neo-Bürger historisch gesehen noch relativ hoch. Zwar ist man nun weit unter dem Rekordwert des Jahres 2003 (45.112), jedoch noch immer deutlich über den Daten aus den späten 90ern. So lag etwa der Wert 1996 bei gerade einmal 16.243.

Eingebürgert wurden Personen aus insgesamt 124 Herkunftsländern. An der Spitze steht die Türkei, deren ehemalige Bürger 28,7 Prozent der Einbürgerungen ausmachen. Platz zwei geht an Serbien vor Bosnien/Herzegowina und Kroatien. Fast 30 Prozent der Neu-Staatsbürger haben einen österreichischen Geburtsort. Vom Alter her steht die Jugend an der Spitze. 56,4 Prozent der Eingebürgerten gehört zur Gruppe der unter 30-Jährigen, 31,3 Prozent waren unter 15. Senioren als Neo-Staatsbürger sind dagegen selten. Nur 441 hatten bei ihrer Einbürgerung das 60. Lebensjahr überschritten, das entspricht einem Anteil von 1,7 Prozent. (apa/red)