Ein Volk rüstet auf: Steigende Kriminalität löst Waffenboom in unseren Haushalten aus

NEWS: Rechte Politiker fordern eine Liberalisierung Neues EU-Waffengesetz soll strengere Regeln bringen

Ein Volk rüstet auf: Steigende Kriminalität löst Waffenboom in unseren Haushalten aus © Bild: APA/DPA/Roessler

Feuer frei. Die steigende Kriminalität führt zu einem Waffenboom in unseren Haushalten. Die einen - FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache und Co - sehen wegen der steigenden Kriminalität den Untergang des Abendlandes auf uns zukommen. Sie reden den Österreichern ein, dass sie außerhalb ihrer vier Wände nicht mehr sicher sind. Und weil diese Botschaft bei vielen ankommt, versuchen andere - wie SP-Bundeskanzler Werner Faymann - Taten zu setzen. Faymann will den Assistenzeinsatz des Bundesheeres an der niederösterreichischen und burgenländischen Grenze verlängern.

Freilich trägt der zur tatsächlichen Sicherheit wenig bei. Die Grundwehrdiener dürfen nur Meldung erstatten, für einen Einsatz sind sie weder befugt noch ausgebildet. Und Kriminelle kommen meist legal über die Grenze. Aktuell glauben laut NEWS-Umfrage 68 Prozent der Österreicher, dass VP-Innenministerin Maria Fekter die zunehmende Kriminalität nicht in den Griff bekommt.

Revolver am Nachtkästchen
Die Folge von all dem: Immer mehr Österreicher fühlen sich nur mehr bewaffnet sicher. Bürger, die abends im Schlafzimmer ihre Schusswaffen bereitlegen, sind keine Ausnahme mehr. Sondern der ganz normale Wahnsinn.

Laut Innenministerium gab es zu Jahresbeginn 244.325 Inhaber einer waffenrechtlichen Bewilligung. Das alleine sagt noch nichts aus. Viele haben mit einer Bewilligung ganze Waffendepots gehortet. Alleine die Zahl der legalen Waffen geht an die zwei Millionen, hört man inoffiziell. Amtlich ist das nicht festgehalten.

Die illegalen Waffen will niemand schätzen. Bestätigt ist laut Innenressort aber, dass im Vorjahr 256 Waffen bei Privatpersonen beschlagnahmt wurden. Entweder, weil man gefährliche Handlungen mit Schießeisen verhindern wollte, oder weil bereits eine Straftat begangen wurde.

Verliebt in die Gefahr
Im jüngsten Sicherheitsbericht aus dem Jahr 2007 sind die dramatischen Folgen des privaten Waffenbesitzes in Zahlen festgehalten. 122-mal wurde geschossen, 448-mal mit Waffen gedroht, 676-mal wurden Schusswaffen verwendet. Um an einen Waffenpass oder eine Waffenbesitzkarte zu kommen, muss man einen Psychotest erfolgreich absolvieren. Dass sich etliche Bürger fälschlicherweise für qualifiziert halten, mit einer Waffe umzugehen, zeigt die Statistik ebenfalls deutlich: Im Vorjahr fielen 253 Personen bei dem Test durch. So viele wie nie zuvor seit dem Waffengesetz 1997.

Ruf zu den Waffen
Die EU schreibt Österreich ein neues Waffengesetz vor, das laut Innenministerium strengere Regeln bringen wird. Diese Änderungen seien bereits beschlossen. Dennoch kämpft etwa die einflussreiche "Interessengemeinschaft für ein Liberales Waffenrecht" (IWÖ) unverdrossen gegen die schärferen Auflagen.

Tatjana Duffek

Wie gefährlich der neue Waffenboom ist und einen Undercover-Report zum Thema Waffenkauf ohne Schein lesen Sie im NEWS 23/09!

Kommentare

Gefelschte Daten Ich selbst habe im vorigen Jahr einen "Psychotest" für einen Waffenschein gemacht, wenn man einen Psychologen erwischt der etwas gegen einen Waffenbesitz hatt ist msn von vorherein abgelehnt, ich war bei einen Psychologieistitut in Salzburg ( Maria Ruby ) welch mich nie gesehen hatte und mich einfach des Lügens bezichtigte. Sie sich auch nie dazu Rechtfertigte oder mir gar einen Termin gab. Der Psychotest ist nur eine hinnhalte und Abzocktaktig denn Verbrechen werden selten mit einer Regestrierten Waffe begannen.

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Ruhe bewahren! Nur weil uns der HC-Man einreden will, dass liberale Waffengesetze gegen Kriminalität wirken, stimmt das noch lange nicht. Der Strache redet viel, wenn der Tag lang ist. Und meistens ist es blanker Unsinn.

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Re: Ruhe bewahren! Das denke ich mir bei der Aussage auch!

Man redet uns nichts ein ... Fakt ist, dass die Kriminalität täglich ansteigt und wer die
Medien (alle) genau beobachtet, der kriegt das auch real
bestätigt.

Was bringen die härteren Waffengesetze der EU, wenn die
meisten Waffen erst in Verbindung mit einem Verbrechen
entdeckt werden? Glaubt man an die soziale Ader eines
Verbrechers bzw. daran, dass dieser sich an Gesetze
hält, kurz bevor er ein weiteres brechen wird? Das
nenne ich sehr naiv, wobei dumm passt da wohl besser!

Die EU bringt wirklich tolle Ideen, vielleicht kümmert man
sich doch eher um "leichte" Sachen wie den Winkel der
Gurken, oder die Kontrolle von sparsamen Glühbirnen an
Grenzen, die man intelligenter Weise ja abgeschafft hat;)

Die EU kommt mir vor wie 1.000 Models, die sich alle nur
Weltfrieden wünschen und dann glauben ... es passiert;)

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