Ein Viertel fällt im Winterreifen-Test durch: Elf der 34 Pneus als "sehr empfehlenswert"

Verlierer kommen aus dem günstigeren Preissegment Aber teure Winterpatschen sind nicht gleich Testsieger

Ein Viertel fällt im Winterreifen-Test durch: Elf der 34 Pneus als "sehr empfehlenswert" © Bild: APA/Fohringer

Noch ist es nicht so weit, doch der nächste Winter kommt bestimmt. Bei Schnee und Eis auf Österreichs Straßen gilt ab 1. November vor allem eines: Winterreifenpflicht. Um festzustellen, mit welchen Pneus man sicher unterwegs ist, hat der ÖAMTC 34 Winterreifen in zwei Kategorien getestet. Fast ein Viertel der Produkte fällt im Test durch. Die Verlierer kommen fast ausschließlich aus dem günstigeren Preissegment, erklärte Friedrich Eppel, Reifenexperte des Clubs. Der Umkehrschluss, dass teure Reifen automatisch die besten sein müssen, sei aber auch nicht richtig.

Getestet wurden 16 Modelle der Dimension 185/60 R 14 T, die vor allem bei kleineren Autos wie VW Polo verwendet wird. Als Testsieger in dieser Kategorie ging der Vredestein Snowtrac 3 hervor. In der größeren Dimension 205/55 R 16 H - für Kompakt- und Mittelklassewagen wie dem VW Golf - setzte sich der Continental WinterContact TS830 unter 18 getesteten Modellen durch.

In der kleineren Dimension schnitten auch der kraftstoffsparende Fulda Montero 3 und Continental WinterContact TS 8000, für den sein geringer Verschleiß spricht, mit der Bewertung "sehr empfehlenswert" ab. Am schwächsten wurde der Federal Himalaya WS-1 bewertet, ein in Asien produzierter Reifen, der schlechte Werte auf eisglatter Fahrbahn und bei Nässe erzielte.
In der größeren Kategorie folgen dem Testsieger der Goodyear UltraGrip 7+, ESA-Tecar Super Grip 7 und Dunlop SP Winter Sport 3D. Am schlechtesten stieg der bei nassem Untergrund schwache Kenda Polar Trax (KR19) aus.

Acht Reifen "nicht empfehlenswert
Insgesamt hat der ÖAMTC elfmal die Note "sehr empfehlenswert" vergeben, "nicht empfehlenswert" gab es für acht Reifen. "Bedingt empfehlenswert" waren drei Produkte, "empfehlenswert" gab es für zwölf Testkandidaten.

Die Faustregel des Clubs für das Anlegen von Winterreifen lautet von "Oktober bis Ostern". Bei tieferen Temperaturen wird die Gummimischung von Sommerreifen zu hart, wodurch sich bei kalter und nasser Fahrbahn Bremsweg und Kurvenhaftung verschlechtern. Vorsicht ist laut Eppel beim Neukauf geboten: Damit die Reifen richtig haften, soll man einige hundert Kilometer auf trockener Fahrbahn zurücklegen und die Reifen noch nicht voll beanspruchen.

Bußgeld bis zu 5.000 Euro
Winterreifen sind in der kalten Jahreszeit nicht nur aus Sicherheitsgründen unerlässlich, sondern bei winterlichen Straßenverhältnissen auch gesetzlich vorgeschrieben. Wer sich nicht daran hält, muss mit 35 Euro Strafe rechnen. Bei Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer sind theoretisch bis zu 5.000 Euro Bußgeld möglich.

(apa/red)