Ein Viertel der Katholiken überlegt Kirchen-
austritt: Im Burgenland sogar jeder Zweite

Gründe: Beiträge, Missbrauchsfälle und zu veraltet Tiroler spielen am wenigsten mit Austritts-Gedanken

Ein Viertel der Katholiken überlegt Kirchen-
austritt: Im Burgenland sogar jeder Zweite © Bild: APA/DPA/Berg

Mehr als ein Viertel der Katholiken (27 Prozent) überlegt derzeit einen Kirchenaustritt. Zu diesem Ergebnis kommt das Meinungsforschungsinstitut Integral im Auftrag der "Initiative gegen Kirchenprivilegien". Bei den bereits ausgetretenen ist Geld der häufigste Grund: 54 Prozent gaben an, aufgrund des Kirchenbeitrags die Mitgliedschaft gekündigt zu haben.

Für ein Drittel, also 33 Prozent, waren die Missbrauchsfälle der Auslöser. Integral befragte Mitte und Ende Februar 1.001 Österreicher über 14 Jahre. Von den davon 115 Ausgetretenen gaben weiters 34 Prozent als Grund an, schlicht kein Interesse an der Institution Kirche zu haben. Für 31 Prozent war die Rolle der Frau ausschlaggebend, 26 Prozent gaben die Bestellung von konservativen Bischöfen als Mitgrund an. Und 25 Prozent der Befragten gingen aufgrund mangelnden Interesses an der Religion selbst.

Jeder Zweite überlegt im Burgenland
Im Burgenland, wo mit Ägidius Zsifkovics gerade ein neuer Diözesanbischof installiert wurde, überlegt derzeit fast jeder zweite Befragte (48 Prozent) einen Kirchenaustritt. In Niederösterreich sind es 34 Prozent, in Kärnten 32 Prozent. Am wenigsten spielen sich mit diesem Gedanken die Tiroler (18 Prozent). Die Skepsis gegenüber der römisch-katholischen Kirche macht auch vor der älteren Generation nicht Halt: Zwölf Prozent der Austrittswilligen sind über 60 Jahre alt.

Missbrauchsfälle und "veraltet"
Auf die Frage "Was fällt Ihnen spontan zur römisch-katholischen Kirche ein?" wurden mit 15 Prozent am häufigsten die Missbrauchsfälle genannt. Den Kirchenbeitrag haben spontan 14 Prozent im Kopf, die Eigenschaften "alt", "veraltet", "altmodisch" oder "rückständig" nannten zehn Prozent. Der Papst fiel spontan neun Prozent ein, der Glaube acht Prozent. An "Nichts Gutes" dachten vier Prozent, an "Positives" zwei Prozent.

(apa/red)