"Ein Viertel Jahrhundert Pension ist genug":
Experten-Pläne fordern mehr Arbeitsjahre!

67 % der Österreicher fürchten höheres Antrittsalter UMFRAGE: Bis zu welchem Alter würden Sie arbeiten?

Der Sozialforscher Bernd Marin tritt dafür ein, dass alle zehn Jahre das Pensionsantrittsalter um ein Jahr hinaufgesetzt werden müsste. "Wir werden die Lebensverlängerung ein Stückchen weit nicht nur als Freizeit, sondern auch in der Arbeit zubringen. Ein Viertel Jahrhundert Pensionsdauer ist lang, länger kann es nicht werden", so Marin in einem Fernsehinterview. Angesichts dieser Expertenmeinung schenken die Österreicher den Beteuerungen der Politik, dass es in den nächsten Jahren keine Anhebung des Pensionsantrittsalters geben wird, wenig Glauben. Nach einer OGM-Umfrage erwarten 67 Prozent der insgesamt 500 Befragten, dass in den nächsten drei bis fünf Jahren das Pensionsantrittsalter wie in Deutschland auf 67 Jahre angehoben wird.

Es leuchte heute "jedem Taferklassler ein", dass bei einer längeren Lebenszeit von acht Jahren ein Teil davon in Arbeit gelebt werden müsse meinte Sozialforscher Marin in der Fernsehsendung "Report". Die heute schon in den Beruf getretene junge Generation habe ein Lebensalter von 92 Jahren bei Frauen und 87 Jahren im Schnitt bei Männern zu erwarten. Auf diese Situation müsse man sich einstellen.

Ablehnung der Pensionskürzung für Kinderlose
Während 67 Prozent der Österreich laut OGM-Umfrage mit einer Anhebung des Pensionsantrittalters rechnen, glauben nur 29 Prozent nicht daran. Mit 69 Prozent gibt es außerdem eine entschiedene Ablehnung über den Vorschlag, Kinderlose künftig mit weniger Pension zu bedenken. Nur 22 Prozent können sich dafür erwärmen. Auch diese Debatte ging ja zuletzt von Deutschland aus.

Beruf und Karriere sind ein Hauptgrund, dass immer weniger Kinder geboren werden. Laut OGM-Umfrage sind mit 48 Prozent knapp die Hälfte der Befragten der Meinung, dass berufliche Gründe das größte Hindernis für ein ausgewachsenes Familienleben darstellen.

Auf Platz zwei rangiert mit 21 Prozent der Kostenfaktor und 16 Prozent der Befragten halten den Egoismus der Einzelnen für einen Hauptgrund. Lediglich elf Prozent glauben, dass zu wenig Kinderbetreuungsplätze Schuld an der geringen Geburtenrate tragen. (apa/red)