Ein kurzer Urlaub vom Kulturschock: Hoffer nach zehn Tagen SSC Napoli zurück im Team

Neo-Legionär: "Ganz anderes Training als bei Rapid" Angeschlagener Prödl erträgt schlechte Liga-Kritiken

Ein kurzer Urlaub vom Kulturschock: Hoffer nach zehn Tagen SSC Napoli zurück im Team © Bild: APA/Hochmuth

Um die Erfahrung von rund zehn Trainingstagen mit dem SSC Napoli reicher ist Erwin Hoffer ins Camp der österreichischen Nationalmannschaft in St. Veit eingerückt. In Süditalien machte der Ex-Rapidler Bekanntschaft mit einer neuen Fußball-Welt. "Es ist dort ein ganz anderes Training als bei Rapid. Es gibt keine hohen Bälle und wir trainieren derzeit praktisch nur Verschieben", erklärte der Stürmer.

Seine Italienisch-Sprachkenntnisse haben sich in der kurzen Zeit am Vesuv nicht wesentlich verbessert. "Ich kann die Sprache noch nicht wirklich, aber auf dem Platz kann man sich ohnehin mit Händen und Füßen verständigen", meinte der Niederösterreicher.

Angesichts der starken Konkurrenz im Angriff bleibt für Hoffer zunächst wohl ein Platz auf der Ersatzbank reserviert. "Ich habe gewusst, dass ich nicht hinkomme und gleich spiele. Aber ich werde alles dafür tun, damit ich so schnell wie möglich ein Fixleiberl bekomme", versprach der 22-Jährige.

Hoffer mag Klagenfurt
Vorläufig steht für Hoffer jedoch die Partie gegen Kamerun im Mittelpunkt. An das Klagenfurter Stadion hat der Angreifer äußerst positive Erinnerungen, und das nicht nur, weil er in der EM-Arena des öfteren für Rapid gegen Austria Kärnten erfolgreich war - am 1. April erzielte er beim 2:1 in der WM-Qualifikation gegen Rumänien seine ersten beiden Tore in der Nationalmannschaft. "In diesem Stadion ist es für mich fast immer gut gelaufen. Jetzt hoffe ich, dass ich auch gegen Kamerun treffe."

Das Verhindern von Toren ist die Aufgabe von Hoffers ÖFB-Kollegen Sebastian Prödl. Ob der Innenverteidiger dieser Tätigkeit gegen die Afrikaner wird nachgehen können, ist allerdings noch offen - der Steirer laboriert an einer Schleimbeutelentzündung im rechten Knie. "Doch ich versuche alles, damit es sich noch ausgeht", versprach Prödl.

Prödl braucht Erfolgserlebnis
In der Vorbereitung wurde der U20-WM-Vierte von 2007 von einer Viruserkrankung geplagt, wodurch er erst seit zweieinhalb Wochen wieder im Mannschaftstraining steht. Aufgrund der Verletzung von Naldo rutschte er in der ersten Runde der deutschen Bundesliga in die Startformation von Werder Bremen, lieferte jedoch am Samstag bei der 2:3-Heimniederlage gegen Eintracht Frankfurt keinen gelungenen Auftritt ab und wurde obendrein in der Schlussphase mit Gelb-Rot vom Platz gestellt.

"Dieses Match war nicht so positiv für mich. Die Leistung war sicher nicht die, die ich bringen kann, aber die ganze Mannschaft war nicht gut", betonte Prödl. Als einer der Hauptschuldigen für die Bremer Niederlage wurde von der deutschen Presse allerdings der ÖFB-Internationale auserkoren. "Doch da muss ich einfach drüberstehen", sagte der Abwehrspieler über die teils scharfe Kritik.
(apa/red)