Ein verrückter Tennis-Tag geht zu Ende: Blake wirft Federer aus Olympia-Turnier

Regen warf den Turnierplan ordentlich durcheinander US-Amerikaner überschwänglich: 'Das war mein Tag'

Ein verrückter Tennis-Tag geht zu Ende: Blake wirft Federer aus Olympia-Turnier © Bild: AP/Krupa

Das olympische Tennisturnier in Peking wird als eines der verrücktesten in die Geschichte eingehen. Vor allem der drittletzte Turniertag, der mit dem überraschenden Aus für Roger Federer und die beiden Williams-Schwestern schon im Viertelfinale zum schwarzen Tag für die Stars wurde. Weil zudem wegen Regens mit fast vierstündiger Verspätung begonnen wurde, retournierte etwa Rafael Nadal beim 6:0,6:4-Erfolg gegen Jürgen Melzer den ersten Aufschlag des Niederösterreichers erst fünf Minuten nach Mitternacht.

Während der serbische Mitfavorit Novak Djokovic seinen Matchball beim 4:6,6:1,6:1 gegen den Franzosen Gael Monfils kurz vor ein Uhr früh zum Aufstieg ins Halbfinale gegen den Sieger aus Nadal-Melzer verwandelte, schockte Federer mit dem frühen Aus nicht nur seine Fans. Denn der verunsicherte Schweizer, der nach einer Serie unerwarteter Niederlagen auf der Tour nach jahrelanger Regentschaft von Nadal als Nummer eins der Welt abgelöst wird, musste damit seinen Traum von einer Olympia-Medaille im Einzel auch beim dritten Anlauf vorzeitig begraben.

Bill Gates feuerte Blake an
Der Schweizer verlor auf dem Centercourt gegen den u.a. von Microsoft-Gründer Bill Gates angefeuerten James Blake mit 4:6,6:7 (2), gegen den er in zuvor acht Vergleichen nur einen Satz abgegeben hatte. Das "Seuchenjahr" des 27-Jährigen, das mit der Finalniederlage in Wimbledon gegen den Spanier Rafael Nadal seinen bisherigen Höhepunkt hatte, setzte sich auch bei Federers dritten Olympischen Spielen fort.

Das Scheitern der Favoriten feierte danach auch bei den Damen fröhliche Urständ'. Nach Serena Williams verabschiedete sich auch deren Schwester Venus in der Runde der letzten Acht. Zur Freude der Olympia-Gastgeber verlor die Wimbledonsiegerin aus den USA gegen die Chinesin Na Li mit 5:7,5:7 und bleibt damit ebenso ohne Einzelmedaille wie ihre Schwester Serena, die Jelena Dementjewa 6:3,4:6,3:6 unterlag.

Federer einfach nur "enttäuscht"
"Ich bin einfach nur enttäuscht", sagte Federer und flüchtete nach dem erneuten Olympia-Aus in die Kabine. In Sydney 2000 war er im Halbfinale dem Deutschen Thomas Haas unterlegen, anschließend im Spiel um Platz drei dem Franzosen Arnaud di Pasquale. Vor vier Jahren in Athen kam das Aus schon in der zweiten Runde gegen den Tschechen Tomas Berdych. (apa/red)