Ein neuer Star am Weitsprung-Himmel:
Fällt der alte Weltrekord von Mike Powell?

Dwight Phillips nach 8,74-Meter-Sprung optimistisch 8,95-Meter-Weltrekord von Powell aus dem Jahr 1991

Kaum hatte Dwight Phillips mit seinem Sensationssatz für helle Aufregung in der Leichtathletik-Welt gesorgt, kündigte der US-Amerikaner auch noch einen Weltrekord-Flirt an. Seine 8,74 m am Sonntag beim 35. Prefontaine Classic in Eugene (US-Bundesstaat Oregon) sollen nur ein Vorbote gewesen sein. "Ich traue mir den Weltrekord zu", erklärte der Weitsprung-Olympiasieger von Athen nach seinem "Fabel-Flug" im dritten Versuch trotz eines Gegenwinds von 1,2 Meter pro Sekunde.

Ein neuer Star am Weitsprung-Himmel:
Fällt der alte Weltrekord von Mike Powell? © Bild: AP/Bowmer

Seit dem Weltrekord seines Landsmannes Mike Powell (8,95 m) am 30. August 1991 bei der WM in Tokio war kein Weitspringer mehr in diese Dimension vorgedrungen. Von den vier weiteren Weltjahresbestleistungen des Meetings sprach nach der bemerkenswerten Leistung von Phillips verständlicherweise kaum noch jemand. "Das war ein Leichtathletik- Meeting, so wie es sein sollte", schrieb denn auch "Los Angeles Times" schwärmerisch, "kurz und süß. Mehr als 30 Medaillengewinner aus Peking am Start und zwei Stunden nur Finals."

Der zweimalige Weltmeister Phillips schien die elftbeste Weite der Weitsprung-Geschichte schon geahnt zu haben. "Seit vergangener Woche wusste ich, dass ich weit springen kann. Und seitdem habe ich auf den Weltrekord geschaut", sagte der 31-Jährige, der am 1. Juni im niederländischen Hengelo 8,54 m gesprungen war und sich dort Olympiasieger und Weltmeister Irving Saladino aus Panama um zwei Zentimeter geschlagen geben musste.

In Eugene landete Saladino mit 8,63 m auf Rang zwei und musste vor dem Showdown bei der WM in Berlin diesmal seinem härtesten Rivalen die Bühne überlassen. Phillips tönte, er freue sich auf den Rest der Saison, endlich habe er wieder Spaß an seinem Sport. Vor knapp einem Jahr sah das noch anders aus. Da hatte er ausgerechnet in Eugene bei den US-Trials als Vierter das Olympia-Ticket verpasst. Heuer fühlt er sich bestens gerüstet für Berlin.

(apa/red)